Evangelische Akademie Bad Boll
Zwischen schwindender Ernährungssouveränität, Handel und Rohstoffen: Wer bezahlt den Preis für unseren Wohlstand?
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Europa baut seine Wirtschaftsbeziehungen zu Lateinamerika weiter aus und treibt Handelsabkommen wie Mercosur voran. Damit wächst die Bedeutung der Region als Lieferant von Rohstoffen und Agrargütern, mit spürbaren Folgen vor Ort: Abholzung im Amazonasgebiet, Verdrängung indigener Gemeinschaften und zunehmender Druck auf kleinbäuerliche Landwirtschaft, die vielerorts die Ernährung sichert.
Gleichzeitig verschärfen sich Konflikte um Land und Ressourcen. Die Frage, wer Zugang zu Land, Wasser und Märkten hat, wird immer drängender. Auch die Ernährungssouveränität gerät unter Druck, wenn sich lokale Landwirtschaft zunehmend nach globalen Marktinteressen ausrichten muss.
Hier setzt die Tagung „Alle satt und alles gerecht verteilt?“ der Evangelischen Akademie Bad Boll vom 11. bis 12. Juni an. Sie bringt Stimmen aus Lateinamerika und Europa zusammen und nimmt in den Blick, wie mehr Gerechtigkeit bei Ressourcen, Ernährung und Handel möglich werden kann. Die Veranstaltung richtet sich an Menschen, die sich für Entwicklungspolitik interessieren, sowie an Engagierte aus Initiativen und dem kirchlichen Umfeld. Sie lädt dazu ein, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und aktuelle Entwicklungen gemeinsam zu diskutieren.
Zum Auftakt geht es in einer Podiumsdiskussion um die Frage, welche Rolle internationale Handelspolitik für die Ernährungssicherheit spielt. Francisco Marí von Brot für die Welt und die Politikwissenschaftlerin Almudena Abascal sprechen über die Folgen des Mercosur-Abkommens für lokale Märkte und die Ernährungssouveränität. Des Weiteren beleuchtet Prof. Dr. Eva Youkhana von der Universität Bonn in einem Impuls die globalen Zusammenhänge von Migration, Landnutzung und Ernährung. In der anschließenden Diskussion bringt sie gemeinsam mit dem Friedensexperten und ehemaligen Studienleiter der Evangelischen Akademie Bad Boll Mauricio Salazar sowie dem Konfliktforscher Dr. Philipp Naucke Erfahrungen aus Mexiko und Kolumbien ein und spricht über den Umgang mit sozialen und ökologischen Konflikten. Workshops bieten Raum für Gespräche, etwa zur Ernährungssouveränität in Ecuador und Bolivien sowie zu Umweltkonflikten in Kolumbien. Zum Abschluss kommen Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Zivilgesellschaft zusammen, darunter der ausscheidende Landwirtschaftsminister Peter Hauk, und diskutieren mit internationalen Gästen konkrete Wege zu mehr Gerechtigkeit in Ernährungs- und Rohstofffragen.
Die Tagung macht deutlich: Die Frage „Alle satt und alles gerecht verteilt?“ ist keine abstrakte Vision, sondern eine dringende Herausforderung, für Lateinamerika ebenso wie für Europa. Sie lädt dazu ein, globale Verantwortung neu zu denken und gerechtere Wege im Umgang mit Ressourcen zu entwickeln.
Wir laden Sie als Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich zur Teilnahme an der Veranstaltung und zur Berichterstattung ein. Außerdem freuen wir uns, wenn Sie im Vorfeld auf die Veranstaltung hinweisen: „Alle satt und alles gerecht verteilt? Ressourcengerechtigkeit in Amazonien, Ernährungssicherheit in den Anden, Landkonflikte in Mexiko“
- 11.-12. Juni 2026, Welthaus Stuttgart e.V. (Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart)
- Melden Sie sich als Pressevertretung gerne per E-Mail an: miriam.kaufmann@ev-akademie-boll.de
- Weitere Infos und Anmeldung: https://www.ev-akademie-boll.de/programm/alle-satt-und-alles-gerecht-verteilt-ressourcengerechtigkeit-in-amazonien-ernaehrungssicherheit-in-den-anden-landkonflikte-in-mexiko/
- Die Teilnahme ist kostenfrei.
Mitwirkende:
Almudena Abascal (FIAN Deutschland e. V., Köln), Dr. Nora Braun (Koordinationsstelle der Deutschen Menschenrechtskoordination Kolumbien, kolko e. V., Berlin), Oscar Choque (Fachpromotor für Rohstoffe, Umwelt, Klima und Entwicklung, Ayni Verein für Ressourcengerechtigkeit e. V., Dresden), Martina Fürstenberger (Stuttgart), Dr. Carola Hausotter (Tagungsverantwortliche, Studienleiterin für Friedensethik und Transkulturalität, Evangelische Akademie Bad Boll), Minister Peter Hauk (Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Stuttgart), Patricia Illanes-Wilhelm (Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V., Stuttgart), Fenja Lüders (Brot für die Welt, Diakonisches Werk der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern e. V., Nürnberg), Francisco Marí (Brot für die Welt, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e. V., Berlin), Dr. Martina Merklinger (Geschäftsführung, Welthaus Stuttgart e. V., Stuttgart), Dr. Philipp Naucke (Sozialanthropologe mit Schwerpunkt Friedens- und Konfliktforschung, Lateinamerika-Institut Berlin / Philipps-Universität Marburg / kolko e. V.), Camila Andrea Rodríguez Reyes (Bildungsreferentin Handy-Aktion Baden-Württemberg, Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e. V., Stuttgart), Felix Roll (Eine-Welt-Fachpromotor für faires und zukunftsfähiges Wirtschaften, Werkstatt Ökonomie e. V., Heidelberg), Mauricio Salazar (Friedensexperte, Mexiko-Stadt), Dr. Carolina Tobón Ramírez (Universität Bonn), Julian Villa-Turek (Ko-Koordinator „Nodo Alemania de apoyo al legado de la CEV Colombia“, Berlin) sowie Prof. Dr. Eva Youkhana (Universität Bonn).
Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Bad Boll in Kooperation mit Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) e.V., Welthaus Stuttgart e.V., Brot für die Welt, Handy-Aktion Baden-Württemberg.
Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen per Mail oder telefonisch zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Miriam Kaufmann, Referentin Kommunikation & Marketing
Evangelische Akademie Bad Boll
Akademieweg 11 | 73087 Bad Boll
Telefon: 07164 79-300 | miriam.kaufmann@ev-akademie-boll.de
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