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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Neue Hitzewelle: Staat muss Krisenspirale durchbrechen – BUND: Investitionen in akuten Schutz und langfristige Vorsorge ++

Pressemitteilung

29. Juli 2026 |120

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

Neue Hitzewelle: Staat muss Krisenspirale durchbrechen

BUND: Investitionen in akuten Schutz und langfristige Vorsorge

  • BUND fordert Hitzegipfel
  • Extreme Hitze wird durch Klimakrise häufiger und gefährlicher
  • Soziale Schieflagen und wirtschaftliche Risiken nehmen zu

Berlin. Eine neue Hitzewelle steht kurz bevor. Am Donnerstag und Freitag sind in Deutschland laut Deutschem Wetterdienst lokal Temperaturen um 39 Grad Celsius möglich. Es ist bereits der zweite extreme Hitzeschub in diesem Jahr. Die Klimakrise macht Hitzewellen häufiger, länger und gefährlicher. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert einen Hitzegipfel, um die Krisenspirale auf allen Ebenen entschlossen zu durchbrechen: Die Politik muss endlich für akuten und vorsorgenden Hitzeschutz sorgen.

Jahrzehntelang haben Bund, Länder und Kommunen Städte versiegelt, Stadtgrün zurückgedrängt, Gebäude nicht modernisiert sowie Mobilität, Energie- und Wärmeversorgung von fossilen Energien abhängig gemacht. Damit wurde die Klimakrise angeheizt und es entstehen insbesondere in den Städten Hitzeinseln, die selbst nachts kaum abkühlen. Das beeinträchtigt die Lebensqualität vieler Menschen massiv und gefährdet die Gesundheit. Besonders betroffen sind ältere und sozial benachteiligte Menschen. Das Robert-Koch-Institut schätzt für diesen Sommer (Stand Mitte Juli) bereits rund 7900 hitzebedingte Sterbefälle in Deutschland.

Mit den zunehmenden Hitzeperioden steigt auch der Bedarf an Energie, Wasser und Baumaterialien. Der Krisenmodus, in dem wir uns befinden, wird so immer weiter angeheizt – mit gravierenden sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Risiken.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die nächste Hitzewelle rollt an und die Politik bleibt kühl bei der Tagesordnung. Der Staat muss die Bedrohung von Mensch und Natur durch Hitze endlich ernst nehmen und konsequent seiner Schutzpflicht nachkommen. Er muss die Krisenspirale durchbrechen, Menschen akut Schutz bieten und Vorsorge leisten. Mehr Anstrengung ist nötig statt weiterer klimapolitischer Rückschritte und Mittelkürzungen. Wir fordern einen Hitzegipfel. Bund, Länder und Kommunen müssen endlich strategisch zusammenarbeiten und die Weichen für Klimaschutz und -anpassung stellen.“

Hitze – soziale und wirtschaftliche Risiken

Hitze verschärft soziale Schieflagen. Menschen mit wenig Einkommen leben häufiger in Gebäuden und Gegenden, die wenig Schutz vor Hitze bieten. Menschen, die ohnehin gesundheitlich schutzbedürftig sind, wie Alte, Kinder und Menschen mit Krankheiten und Behinderungen, leiden besonders unter den Auswirkungen hoher Temperaturen. Hitze ist außerdem ein wirtschaftliches Risiko. Bei extremer Hitze können Menschen zum Beispiel schlechter arbeiten und es gibt mehr krankheitsbedingte Arbeitsausfälle. Gleichzeitig steigen der Ressourcenverbrauch und die Kosten für die Kühlung von Räumen und Maschinen sowie für Reparaturen, etwa an Straßen und Schienen.

Bandt: „In dieser bedrohlichen Lage fordern gerade viele Kommunen und Landesregierungen, dass die EU-weite Verpflichtung, mehr Stadtgrün zu schaffen, aufgehoben wird. Das ist ein Frontalangriff auf die Gesundheit der Menschen in diesen Städten. Es braucht jetzt wirksame und sozial zielgerichtete Investitionen, um die Klimakrise zu bremsen und Mensch und Natur zu helfen, besser mit den Folgen zurechtzukommen."

Städte und Kommunen können und müssen Teil der Lösung werden. Um nur einige Maßnahmen zu nennen: Bäume, Beete und Parks statt Beton sorgen für Abkühlung in den Städten. Gebäude mit Dämmung, Verschattung und bepflanzten Fassaden senken Emissionen und Temperaturen in den Wohnungen. Wasser, das bei Starkregen in Böden und Städten gehalten wird, steht in Trocken- und Hitzeperioden für Kühlung und Verdunstung zur Verfügung.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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