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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Globaler Erdüberlastungstag: BUND fordert entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren ++

Pressemitteilung

28. Juli 2026 |118

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

Globaler E r düberlastungstag: BUND fordert entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren

  • Wirtschaftssystem ökologisch bankrott
  • Klimakrise zerstört Ressourcen
  • Ausstieg aus den fossilen Energien ist mächtigster Hebel

Berlin. Der globale Erdüberlastungstag fällt in diesem Jahr auf den 30. Juli. An diesem Tag hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die die Ökosysteme der Erde innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren können. Für den Rest des Jahres plündern wir eine Zukunft, die uns nicht gehört.

Dass der globale Erdüberlastungstag, der im vergangenen Jahr noch auf den 24. Juli fiel, sich um ein paar Tage nach hinten verschoben hat, liegt nicht etwa daran, dass die Menschheit in diesem Jahr sparsamer mit den Ressourcen umgegangen wäre. Tatsächlich verschärft sich die Krise weiter und das spätere Datum ist lediglich das Ergebnis einer angepassten Berechnungsgrundlage. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert deshalb von der Bundesregierung eine Abkehr von den fossilen Energien und einen ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Der Erdüberlastungstag ist die jährliche Quittung für eine umweltpolitische Insolvenzverschleppung. Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen. Wir sollten diese globale Bankrotterklärung aber vor allem als lauten Weckruf verstehen. Der Erdüberlastungstag ist der unmissverständliche Auftrag für ein konsequentes politisches Umsteuern, das die Belastbarkeitsgrenzen der Erde respektiert, statt sie rücksichtslos zu überschreiten.“

Im Mittelpunkt muss dabei die Verringerung von Treibhausgasen und der Ausstieg aus den fossilen Energien stehen. Denn die globale Erderwärmung wirkt wie ein Brandbeschleuniger, wie gerade an den den verheerenden Waldbränden vor allem in Südwesteuorpa deutlich zu sehen. Die Folgen der Klimakrise, von Dürren, extremer Hitze und Starkregen bis hin zum Artensterben, vernichten die planetaren Ressourcen und betreffen das Leben vieler Menschen.

Bandt: „Einer der mächtigsten Hebel, um die Ressourcen des Planeten zu schützen und den Erdüberlastungstag nach hinten zu verschieben, ist der konsequente Ausstieg aus fossilen Energien, insbesondere aus dem Gas. Die Lösung liegt auf der Hand: Der Ausbau erneuerbarer Energien. Diese sorgen schon heute für sinkende Emissionen und Strompreise, sie schaffen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze und machen uns geopolitisch unabhängig. Die Bundesregierung hat dies offenbar nicht erkannt. Dies zeigen auch die vorgelegten Entwürfe zur Erneuerbaren-Energien-Novelle sowie dem Netzanschlusspaket. Darin werden unnötige Hemmnisse für Erneuerbare geschaffen. Anstatt beim Ausstieg aus den fossilen Energien entschlossen voranzuschreiten, stiehlt sich Deutschland aus seiner globalen Verantwortung.“

Der BUND fordert zum globalen Erdüberlastungstag konkrete Maßnahmen:

  • Ausbau Erneuerbarer Energien und E-Mobilität auf Schiene und Straße
  • Ein Ressourcenschutzgesetz mit einem klaren und verbindlichen Pfad der Reduktion von Ressourcenverbrauch
  • attraktive und soziale Förderprogramme für Heizungs- und Gebäudemodernisierung
  • schnelle und ambitionierte Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie

Hintergrund

Der Erdüberlastungstag wird jährlich von dem Global Footprint Network für einzelne Länder sowie für den ganzen Planeten errechnet. Am globalen Erdüberlastungstag hat die Weltbevölkerung alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die unser Planet im Laufe eines Jahres erzeugen kann. Ab diesem Tag beanspruchen wir für das übrige Jahr mehr Acker- und Weideland, Fischgründe und Wald, als uns rein rechnerisch zur Verfügung stehen. Der weltweite Ressourcenverbrauch hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verdreifacht. Zugleich stoßen wir weitaus mehr CO2 aus, als Wälder und Ozeane aufnehmen können. Mittlerweile sind sieben von neun planetaren Grenzen überschritten. Viele Länder im globalen Süden haben einen weitaus kleineren ökologischen Fußabdruck als Deutschland, gleichzeitig schultern sie einen Großteil der Folgen der katastrophalen Erdausbeutung wie Dürren, Überschwemmungen oder Artensterben. In Deutschland schlagen vor allem der viel zu hohe Energieverbrauch und CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich sowie unser hoher täglicher Flächenverbrauch und die Massentierhaltung zu Buche. Aber auch in Deutschland sind die Auswirkungen der Erdüberlastung zu spüren, etwa durch Extremwetter wie Starkregen oder extreme Hitze.

Erneuerbare Energien sind das Rückgrat der Energiewende. Sie senken die Emissionen der Energiewirtschaft und mit zunehmender Elektrifizierung, etwa durch E-Mobilität und Wärmepumpen, auch die aller anderen Sektoren. Darüber hinaus schafft der Ausbau der Erneuerbaren Energien die Möglichkeit für eine resiliente Energieversorgung ohne Abhängigkeit von importiertem Öl, Gas und Kohle. Die Entwürfe des Bundeswirtschaftsministeriums unter Katherina Reiche für eine Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und des Netzanschlusspakets gefährden diesen Ausbau.

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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