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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Verbändeplattform: Für eine GAP, die den bevorstehenden Herausforderungen gewachsen ist I Gemeinsame Pressemitteilung ++

Pressemitteilung

2. Juni 2026 | 089 I Gemeinsame Pressemitteilung | Doppelsendungen bitten wir zu entschuldigen

BUND-Pressestelle

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Für eine GAP, die den bevorstehenden Herausforderungen gewachsen ist

  • Einkommen und Position der Landwirt*innen müssen gestärkt werden
  • Stärkung der Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzaktionen der GAP nötig
  • Ernährungssouveränität und Krisenfestigkeit mit GAP stärken

Berlin/Brüssel. Französische und deutsche Verbände, die Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt, Klima, Verbraucherschutz und Tierschutz vertreten, fordern die europäischen Institutionen gemeinsam auf, die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) zu einem echten Instrument zur Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft, der Einkommen der Landwirte und der Erhaltung landwirtschaftlicher Ökosysteme zu machen. Unsere Ernährungssouveränität und unsere Fähigkeit, die aktuellen vielfältigen Krisen zu bewältigen, hängen davon ab.

Die von der Europäischen Kommission im vergangenen Juli vorgelegten GAP-Gesetzesvorschläge, die derzeit vom Rat und vom Europäischen Parlament bearbeitet werden, untergraben die gemeinsamen Grundlagen der GAP und bergen die Gefahr, einen verstärkten Wettbewerb zur Absenkung von Standards zwischen den Mitgliedstaaten zu erzeugen – und das zu einer Zeit, in der deren Einigkeit angesichts geopolitischer und ökologischer Krisen notwendiger denn je ist.

Das Collectif Nourrir in Frankreich und die Verbände-Plattform in Deutschland betonen, dass die Gewährleistung einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion eine faire und transparente Vergütung für diejenigen erfordert, die sie produzieren. Angesichts eines ungewissen GAP-Budgets, einer wenig ambitionierten Reform der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) und nicht ausreichender Vorschläge hinsichtlich der Ausrichtung und Umverteilung der Einkommensstützung zugunsten kleiner und mittlerer Betriebe, verpasst die Europäische Kommission die Gelegenheit, den Landwirt*innen mit gerechteren Einkommen unter die Arme zu greifen. Die Verhandlungen werden voraussichtlich zu einer Beibehaltung der derzeitigen ungleichen Verteilung der GAP-Beihilfen führen. Dies wirkt sich nachteilig auf die Einkommens- und Planungssicherheit derjenigen aus, die sich für einen ökologischen Wandel und den Generationenwechsel einsetzen. Die Vorschläge der Kommission bergen zudem die Gefahr, dass der Agrarsektor noch stärker von nicht nachhaltigen Praktiken und importierten petrochemischen Betriebsmitteln abhängig wird, anstatt Landwirt*innen dabei zu unterstützen, Resilienz aufzubauen und sich auf die Zukunft vorzubereiten.

Beide Organisationen kritisieren scharf, dass die Umweltarchitektur der GAP, die für die Unterstützung hin zu resilienteren landwirtschaftlichen Betrieben unerlässlich ist, stark geschwächt wurde. In ihrem Vorschlag setzt die Europäische Kommission den 2024 begonnenen Abbau der Umweltvorgaben fort und schlägt keine Umwelt- und Klimaziele für die GAP mehr vor. Diese Entwicklungen bedrohen nicht nur die Gesundheit von Landwirt*innen und Bürger*innen, sondern auch die der landwirtschaftlichen Ökosysteme und deren langfristige Fähigkeit, unsere Nahrungsmittel zu produzieren.

Damit die künftige GAP den aktuellen Herausforderungen gewachsen ist, fordern das Collectif Nourrir aus Frankreich und AbL und BUND als Koordinatoren der Verbände-Plattform in Deutschland:

  • Stärkung des Einkommens und der Position der Landwirte durch eine echte Reform der Gemeinsamen Marktordnung: Die Verbesserung des landwirtschaftlichen Einkommens erfordert faire und transparente Preise sowie eine gerechtere Umverteilung der Einkommensgrundstützung. Dazu gehört die schrittweise Abschaffung der flächenbezogenen Zahlungen, wie im Strategischen Dialog vorgeschlagen. Zudem sollten die ersten Hektare analog zur aktuellen Förderperiode stärker gefördert werden.
  • Die Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzaktionen (AUKA) der GAP müssen gestärkt und ausgeweitet werden: Dazu gehört die Einführung eines Mindestbudgets für Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen, das über den Anteil der derzeitigen GAP-Förderperiode hinausgeht. Zudem braucht es attraktivere Kofinanzierungssätze für AUKA, inklusive Maßnahmen, die zu 100 Prozent durch die EU finanziert werden – analog zu den gegenwärtigen Ökoregelungen der 1. Säule.
  • Sicherstellung einer gemeinsamen Grundlage für die Betriebsführung in ganz Europa durch die Festlegung ambitionierter ökologischer und sozialer Kriterien im Rahmen des Farm Stewardship und der Schutzpraktiken für den Erhalt von GAP-Zahlungen: Dies umfasst den Schutz von Dauergrünland in allen Mitgliedstaaten.
  • Alle GAP-Maßnahmen müssen auf die Notwendigkeit des Generationswechsels in der Landwirtschaft abgestimmt werden: Dazu muss sichergestellt werden, dass die Niederlassungsbeihilfen für Jung- und Neulandwirt*innen sowie die GAP-Beihilfen auf nachhaltig wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe ausgerichtet werden und die Vielfalt der heutigen aus dem Berufsleben ausscheidenden Landwirte und Antragsteller widerspiegeln, einschließlich Neulandwirt*innen, Landwirt*innen außerhalb familiärer Betriebsstrukturen sowie diejenigen, die auf nachhaltigere Betriebsweisen umstellen.

Mathieu Courgeau, Co-Präsident des Collectif Nourrir: „Angesichts der sich häufenden aktuellen Krisen fordern wir die Vertreter*innen der europäischen Institutionen dringend auf, sich dieser Herausforderung zu stellen. Unser gemeinsames Handeln ist notwendiger denn je, um unser Agrar- und Ernährungssystem zu stärken statt zu schwächen.“

Ottmar Ilchmann, agrarpolitischer Sprecher der AbL & Olaf Bandt, Vorsitzender des BUND: „Um die Zukunft der Landwirtschaft zu sichern, brauchen wir eine wirklich europäische politische Antwort und einen Governance-Rahmen, der diejenigen in den Vordergrund stellt, die soziale und ökologische Leistungen erbringen. Wir brauchen keinen renationalisierten Ansatz, der die Agrarpolitik zu einer Nebensache degradiert, unsere kollektive Handlungsmacht schwächt und Umwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen ausbremst.“

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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