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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

++ Tag der biologischen Vielfalt: Überlebens-Chance Wildnis für Nord- und Ostsee – BUND: Hälfte der Schutzgebiete in Nord- und Ostsee als Wildnis ausweisen | BUND-Themen-Themenpaket Wildnis ​++

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Pressemitteilung

21. Mai 2026 | 083

BUND-Pressestelle

Tel.: 030 - 27586 - 109

presse@bund.net

Tag der biologischen Vielfalt : Überlebens-Chance Wildnis für Nord- und Ostsee

BUND: Hälfte der Schutzgebiete in Nord- und Ostsee als Wildnis ausweisen | BUND-Themenpaket Wildnis

  • Biologische Vielfalt geht in Meeren noch schneller zurück als an Land
  • Meereswildnis bietet Raum und Zeit für Überleben mariner Ökosysteme
  • Projekt WILD zur Renaturierung der Doggerbank gestartet

Berlin/Bremen. Bunte Steinriffe, schwingende Seegraswiesen und riesige Fischschwärme – so könnte es unter Wasser in Nord- und Ostsee aussehen. Voraussetzung: Marine Wildnisgebiete. Denn nur Wildnis bietet ausreichend Rückzugsräume, Kinderstuben und Nahrungsgrund für Fische, Schweinswale, Seevögel und zahllose weitere Arten. Auf diese Chancen mariner Wildnis weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) anlässlich des Internationalen Tags der Artenvielfalt am 22. Mai hin.

Echte Wildnis im Meer bedeutet, dass die Flächen jeweils mindestens 30 Quadratkilometer groß sowie ohne jegliche menschliche Nutzung sind, möglichst nicht durch Kabeltrassen oder Fahrrinnen zerschnitten werden und sich dauerhaft ungesteuert entwickeln dürfen.

Diese Ruhe bietet viele Vorteile: Marine Wildnisgebiete sind Refugien für die biologische Vielfalt der Meere. In ungestörtem Meeresboden entwickeln sich zahlreiche Kleinst-Lebewesen und bilden mit die Grundlage des marinen Nahrungsnetzes. Von ihnen profitiert eine Fülle von Fischen und Meeresvögeln bis hin zu den heimischen Meeressäugern wie Schweinswal, Seehund und Kegelrobbe. Auch ist nur in Wildnisgebieten genug Raum und Zeit vorhanden, damit sich Ökosysteme erholen und an die Folgen der Klimakrise anpassen können. Zudem sind gesunde Meere zentrale Kohlenstoff-Speicher: Beispielsweise können intakte Seegraswiesen, wie sie einst großflächig in Nord- und Ostsee wuchsen, auf gleicher Fläche mehr Kohlenstoff binden als tropische Wälder – und speichern ihn langfristig im Meeresboden.

Biologische Vielfalt geht in Meeren schneller zurück als an Land

Zwar hat Deutschland auf seinen Meeresflächen in Nord- und Ostsee Naturschutzgebiete auf 26.000 Quadratkilometer eingerichtet, doch auch hier sind Fischerei, Schifffahrt, Müll, Lärm und eingeschwemmte Nährstoffe weiterhin vielfach an der Tagesordnung. Ein Grund, warum die biologische Vielfalt in Meeren noch schneller zurück geht als an Land.

Bettina Taylor, Leiterin des BUND-Meeresschutzbüros: „Wer die Weiten der Meere für überwiegend ungestört hält, irrt sich gewaltig. Angesichts des kritischen Zustands von Nord- und Ostsee sollte mindestens die Hälfte der bestehenden Schutzgebiete als marine Wildnis ausgewiesen und frei von menschlichen Nutzungen werden. Nur so haben die marinen Ökosysteme noch eine Überlebenschance. Erst wenn wir großflächige Ruheräume schaffen, kann die Wildnis in Nord- und Ostsee zurückkehren und erst dann sind lebendige Meere sind wieder möglich.“

Ein wichtiger Meilenstein für Wildnis in der Nordsee ist das neue Projekt WILD von BUND und Partnern zur Wiederherstellung der Doggerbank. Die Doggerbank ist eine überspülte Sandbank mitten in der Nordsee und ein stark geschädigter Lebensraum von einst zahllosen Arten. In den kommenden drei Jahren arbeitet der BUND zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung daran, die Doggerbank wieder zu beleben. Gefördert durch den Meeresnaturschutzfonds der Deutschen Bundesstiftung Umwelt werden Maßnahmen entwickelt, die dem ‚Herz der Nordsee’ den Weg zurück zu echter Wildnis ebnen.

Auch mit der ‚Initiative Wildnis in Deutschland‘, einem Bündnis aus 22 Naturschutzorganisationen, setzt der BUND sich für mehr Wildnis sowohl an Land als auch im Meer ein. Potenzial etwa für Meereswildnis in den Küstengewässern der Ostsee sieht die Initiative in der Erweiterung des Nationalparks Jasmund sowie im Etablieren strenger Meeresschutzgebiete in Schleswig-Holstein sowie in der Wismarbucht und der Pommerschen Bucht.

Hintergrund:

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt wird jedes Jahr am 22. Mai begangen. Die Vereinten Nationen haben ihn im Jahr 2000 ins Leben gerufen. Ziel ist es, aufmerksam zu machen auf die Bedeutung der Biodiversität, also auf die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, Genen und Lebensräumen. Weltweit sollen Menschen und Regierungen sensibilisiert werden für den Schutz dieser Vielfalt, denn sie ist eine wichtige Grundlage für sauberes Wasser, Nahrung, Gesundheit und ein stabiles Klima.

Der BUND setzt sich gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen für mehr Wildnis in Deutschland ein: Die Initiative Wildnis in Deutschland, mitgegründet von BUND und BUNDstiftung, fordert mindestens zwei Prozent Wildnisflächen in Deutschland. Eine Studie der Initiative hat allein auf öffentlichen Flächen ein Wildnispotenzial von 1,67 Prozent der Landesfläche - zusätzlich zu den bisher vorhandenen 0,62 Prozent - identifiziert.

Die Doggerbank ist mit einer Fläche von rund 25.000 Quadratkilometern etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern und damit die größte Sandbank inmitten der Nordsee. Sie erstreckt sich über die Meeresgewässer von Großbritannien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark. In einer internationalen Koalition setzt sich der BUND für das Programm „Rewilding Dogger Bank“ ein und arbeitet mit Partnerorganisationen aus allen Anrainerländern für den Schutz und Erhalt des einzigartigen Lebensraums.

Das weitere Angebot des BUND-Wildnis-Themenpakets:

  • Freitag, 22. Mai: Pressemitteilung zu Wildnisgebieten mit Übersichtskarte und Ausflugstipps. Bereits verschickt: Pressemitteilungen zu Zahlen und Daten zur Wildnis und zu Wildnis und Auen

Mehr Informationen:

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit rund 674.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.

Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin

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