BR Bayerischer Rundfunk

Bayerisches Fernsehen
Sonntag, 29. Januar 2006, 22.15 Uhr
Reportage am Sonntag
Wohin mit der Mutter?
Wenn Eltern Pflege brauchen

    München (ots) - Marlies Lohner hat die Namen ihrer Kinder vergessen, wie so Vieles andere auch. Mit 62 Jahren ist sie an Alzheimer erkrankt - ungewöhnlich früh. Sie war gerade in Rente gegangen. Seitdem verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch schnell. Jeden Tag muss man ihr neu erklären, was eine Zahnbürste ist und was man damit macht. Ihre Kinder finden bei ihr das Brot im Kühlschrank und die Wurst in der Mikrowelle und stellen fest, dass ihre Mutter Katzenfutter isst. Nachdem sie mehrmals von zu Hause weggelaufen ist und Betreuung rund um die Uhr braucht, entscheiden sie sich schweren Herzens für ein Pflegeheim. Jetzt lebt sie im Christian-Dierig-Haus der Arbeiterwohlfahrt in Augsburg in einer gerontopsychiatrischen Wohngruppe. Genau das kann sich Heidi Linder nicht vorstellen. Sie pflegt ihre bettlägerige Mutter und den 91jährigen Vater zu Hause - von  morgens bis abends, seit acht Jahren. Ihr Tagesablauf hat sich dadurch komplett verändert. Alles dreht sich um Waschen, Füttern, Lagern und Windeln wechseln. Längst hat sie ihre Arbeit im Kindergarten aufgegeben. Für die Pflege zu Hause hat sich Heidi Linder bewusst entschieden, sie sieht es als sinnvoll und selbstverständlich an, ihre Eltern zu versorgen. Trotzdem gibt es manchmal Situationen, die sie an ihre Grenzen bringen. Als sie selbst schwer krank wurde, hat Heidi Linder gelernt, sich Hilfe vom Sozialdienst Weilheim-Schongau zu holen.

    Claudia Wörner zeigt, was es bedeuten kann, wenn die eigenen Eltern Pflege brauchen. Ihre Reportage erzählt von schweren Entscheidungen, von Überforderung und Wut, von endloser Geduld und von Momenten des Glücks.

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