BR Bayerischer Rundfunk

Bayerisches Fernsehen
Sonntag, 13. November 2005, 22.15 Uhr
Reportage am Sonntag
Voll im Leben
Wenn Straßenkinder erwachsen werden

    München (ots) - „Freiheit sucht man – und was man findet, ist unterschiedlich, je nachdem, wie viel Glück man hat.“ So die abschließenden Worte von Nicolai in der Reportage „Auf dem Weg nach Nirgend-wo – Straßenkinder in Deutschland“ – aus dem Jahr 1994. Was ist aus Nicolai und den anderen Kindern geworden, die damals das Leben auf der Straße und in besetzten Häusern ihrem Elternhaus vorgezogen haben? Elf Jahre nach ihrer Reportage begann die Autorin Ina Jung, Schicksal und Verbleib der Ausreißer von damals zu recherchieren. Nicolai zum Beispiel lebt jetzt in Leipzig. Noch als Straßenkind begann er eine Ausbildung als Tierpfleger in der Charité, die er aber kurz vor dem Abschluss an der tierärztlichen Hochschule abbrach. Daheim in Hannover ging er bis zur 12. Klasse weiter zur Schule, hielt jedoch nicht bis zum Abitur durch. Es folgte eine Lehre als Restaurationssteinmetz – mit Abschluss. Er arbeitete bei der größten Firma in Hannover, bis diese schließen musste. Dann wurde er Model in der Shampoowerbung einer internationalen Kosmetikfirma. Inzwischen entwirft er sogar eigene Mode. Nikolai ist eines von sechs ehemaligen Straßenkindern, deren aktuelle Lebenssituation die Autorin in ihrer Reportage schildert und die damals, im Herbst 1993, 13 und 14 Jahre alt waren. Sie waren keine Fixer, Stricher oder Autoknacker – aber sie wollten mit dem bürgerlichen Leben Schluss machen, lebten sowohl auf der Straße als auch in besetzten Häusern. Sie waren also richtige „Straßenkinder“, die heute – als Erwachsene – versuchen, im Leben Fuß zu fassen.

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