IKK e.V.

Innungskrankenkassen: Telemedizin bedarf systematischer Förderung
Unterstützung durch CDU-Gesundheitspolitiker Koschorrek

Berlin (ots) - Die Innungskrankenkassen setzen verstärkt auf die telemedizinische Betreuung. "Wir haben gute Erfahrung mit der Anwendung der Telemedizin gemacht, brauchen für diese Innovation aber mehr systematische Förderung", sagt Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus. Dort läuft seit sieben Jahren erfolgreich ein Projekt der Telemedizin mit dem Unternehmen SHL-Telemedizin. Unterstützung für die Förderung der Telemedizin versichert auch Dr. Rolf Koschorrek, Obmann der CDU-/CSU-Fraktion im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

"Die Thematik benötigt aber ein eigenständiges Gesetzgebungsverfahren", unterstreicht Koschorrek während eines Telemedizin-Roundtable, der gestern in Berlin stattfand. Es gebe einen erheblichen Nachholbedarf, den die Politik nicht verhindern werde.

Für Rolf Stuppardt, Geschäftsführer des IKK e.V., Interessenvertretung der Innungskrankenkassen auf Bundesebene, steht fest: "Eine stärkere individuelle Versorgungssteuerung ist notwendig." Im Gesundheitswesen fehle zudem ein "proaktives Innovationsmanagement". Mit der Telemedizin, so ist Stuppardt überzeugt, werden "sektorale Grenzen in der medizinischen Versorgung überwunden". Dies zeige auch das Beispiel der IKK gesund plus in Sachsen-Anhalt.

Seit 2003 werden dort Herzinsuffizienz-Patienten mit Unterstützung der Telemedizin betreut. Ausschlaggebend seien, so Vorstand Uwe Schröder, die überproportional ansteigenden Kosten vor allem im Krankenhausbereich. Das Projekt sei als "ergänzende Leistung der Reha" gestartet. Mehr als 300 Patienten mit Herzinsuffizienz seien zu Beginn der Betreuung mit einem EKG, einer Waage sowie einem Blutdruck- und Blutzuckermessgerät ausgestattet worden.

Die erfassten Daten würden täglich an das Telemedizinische Zentrum in Düsseldorf automatisch weitergeleitet und entsprechend ausgewertet, berichtet Dirk Russ von der SHL-Telemedizin, die das Zentrum betreibt. Bei abweichendem Gewicht oder erhöhtem Blutdruck werde seitens des Zentrums mit seinem medizinischen Personal umgehend beim Patienten nachgehakt. "Stimmt etwas nicht, können Haus-und Facharzt schnell auf Veränderungen reagieren", so Russ.

Nach Aussage von Schröder sind die betreuten Patienten "aufs höchste Maß" zufrieden. Klinikeinweisungen seien zurückgegangen. Auch die Behandlungskosten konnten um durchschnittlich 1.700 Euro pro Patient reduziert werden, so Schröder.

Der Kardiologe Prof. Dr. Christian Zugck, Oberarzt an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, ist von der telemedizinischen Betreuung überzeugt: "Wir haben zufriedene Ärzte, zufriedene Patienten und auch eine zufriedene Industrie, die die Projekte verantwortet. Die Telemedizin muss notwendiger Standard sein." Die enge Kooperation zwischen Klinik, niedergelassenem Arzt und Patient mit der Telemedizin begrüßt ebenso Dr. Klaus Bittmann, Vor-standsmitglied der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein. "Wenn sich die niedergelassenen Ärzte hier nicht kreativ verhalten, wird ein anderer auf den Zug aufspringen - wir machen weiter", sagt Ärztevertreter Bittmann.

Auch die IKK gesund plus sieht sich künftig in der Pflicht. "Die ersten Evaluierungen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagt Vorstand Schröder. Instrumentarien für mehr Effizienz, mehr Effektivität und Akzeptanz, wie zum Beispiel durch die Anwendung der Telemedizin, sind laut IKK e.V.-Geschäftsführer Stuppardt künftig notwendiger denn je.

Über den IKK e.V.:

Der IKK e.V. ist die Interessenvertretung von Innungskrankenkassen auf Bundesebene. Der Verein wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, die Interessen seiner Mitglieder und deren mehr als 4,5 Millionen Versicherten gegenüber allen wesentlichen Beteiligten des Gesundheitswesens zu vertreten. Dem IKK e.V. gehören die BIG direkt gesund, die IKK Brandenburg und Berlin, die IKK classic, die IKK gesund plus, die IKK Nordrhein und die SIGNAL IDUNA IKK an.

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