IKK e.V.

Bundesgesundheitsministerium will Prävention mit neuer Strategie angehen

Berlin (ots) - Staatssekretärin Widmann-Mauz: "Wir müssen mehr investieren, aber nicht mit mehr Bürokratie" / IKK e.V. startet erfolgreich "Plattform Gesundheit"

Annette Widmann-Mauz, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, hat sich für einen Ausbau der Prävention ausgesprochen. "Unser Ziel ist es, Prävention mit neuer Strategie anzugehen", sagte sie gestern bei der Veranstaltung des IKK e.V. "Überschätzte Vorsorge?", die in Berlin stattfand. "Wir müssen mehr investieren, aber nicht mit mehr Bürokratie", untermauerte die CDU-Politikerin. Erforderlich sei unter anderem eine "zielgruppenspezifische Beratung" sowie Vernetzung, beispielsweise mit dem Krebsinformationsdienst. Im Hinblick auf die Einführung weiterer Krebsfrüherkennungsprogramme betonte Widmann-Mauz: "Wir brauchen Evaluationsergebnisse für die Ausgestaltung." Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung setzt sie auf die bereits gewonnenen Erfahrungen: "Unser Ziel muss es sein, auf Bewährtes aufzusetzen und in die Versorgungslandschaft zu integrieren."

"Überschätzte Vorsorge?"- unter diesem Titel eröffnete der IKK e.V., die Interessenvertretung der Innungskrankenkassen auf Bundesebene, gestern erstmalig seine neue Veranstaltungsreihe "Plattform Gesundheit", die es sich zum Ziel gesetzt hat, wichtige gesundheitspolitische Themen mit kontroversen Auffassungen einer öffentlichen Diskussion zu stellen. Dr. Rainer Hess, Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, sagte, dass alle Krebsfrüherkennungsprogramme besser qualitätsgesichert untersucht werden müssten: "Die Frage ist, was wir damit erreichen wollen und wo wir besser werden können." Er forderte die Ärzte auf, jene, die eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen wollen, intensiver zu beraten - "auch über die Risiken". Dieser Aspekt würde bisher eher vernachlässigt.

Ziel von Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix-Burda-Stiftung, ist es, so viele Menschen wie möglich auf die Darmkrebsvorsorge aufmerksam zu machen. "Am besten wäre es, wenn unsere Arbeit irgendwann überflüssig würde." Sie kritisierte, dass in der Darmkrebsvorsorge lediglich in Bayern eine wissenschaftliche Überprüfung der Maßnahme stattfinde. "Wir brauchen mehr Evaluation, die dann auch über die Krebsregister der Länder abgeglichen wird", so ihr Vorschlag.

Auch Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser, die an der Fakultät Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg lehrt, zielte mit ihren kritischen Aussagen zum Nutzen und Schaden von Früherkennung auf die Verbesserung der Daten- und Informationslage ab. Die zunehmende Verunsicherung der Versicherten betrachtete Dr. Brigitte Wutschel-Monka, Vorstandsvorsitzende der IKK Nordrhein, mit großer Sorge. Grund sei, dass zahlreiche Ärzte neben der eigentlichen Früherkennungsuntersuchung auch zahlreiche Leistungen anböten, die die Versicherten selbst bezahlen müssen und die auch nicht qualitätsgesichert seien. "Das muss aufhören", forderte sie. Unterstützt wurde die Krankenkassen-Vorstandsvorsitzende von Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: "Wir müssen mehr aufklären und sensibilisieren."

Für Dr. Klaus Koch, Medizinredakteur beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, stand fest: "Unser Ziel muss es sein, die Menschen zu befähigen, die für sie richtige Entscheidung zu treffen. Deshalb muss man offen und ehrlich über die Krebsfrüherkennung reden - auch über die Risiken". Jeder könne dann auf dieser Basis seine eigene Entscheidung treffen.

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