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Komitee gegen den Vogelmord e. V.

Mit Steinplatten auf Vogeljagd
Zerquetschte Drosseln gelten in Frankreich als Delikatesse

Villeneuve-les-Avignon/Bonn (ots)

Am Wochenende wird im
französischen Zentralmassiv wieder die Singvogeljagd mit
Steinquetschfallen eröffnet. Eine Falle besteht aus einer
kiloschweren Kalksteinplatte, die mit einer Konstruktion aus kleinen
Ästen aufgestellt und mit Beeren beködert wird. Vögel, die davon
fressen wollen, berühren die Stöckchen und werden unter der
herabfallenden Platte begraben. Opfer dieser steinzeitlichen
Jagdmethode sind vor allem Drosseln und Buchfinken, aber auch
gefährdete Arten wie Wiesenpieper, Feldlerchen und Blaumerlen werden
erbeutet. Nach Schätzungen des Bonner Komitees gegen den Vogelmord
werden in den Départements Lozère und Aveyron bis zu 120.000
Quetschfallen aufgestellt, in denen ungezählte Tiere verenden.
"Die meisten Tiere sterben nicht sofort. Viele hängen stundenlang
mit fürchterlichen Quetschungen und Knochenbrüchen in den Fallen",
berichtet der Biologe Axel Hirschfeld, der den Fang für das Komitee
in Frankreich dokumentiert hat. Da viele Arten durch die
EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt sind, war die Verwendung der
wahllos tötenden Quetschfallen (frz.: tendelles) bisher überall in
Europa streng verboten. "Ohne Not", so Hirschfeld, hat
Umweltministerin Nelly Olin ein Gesetz unterschrieben, das dieses
"brutale und egoistische Hobby" nun wieder erlaubt. Begründet wird
die Freigabe von der Ministerin mit der Entwicklung eines neuen
Fallenmodells, mit dem angeblich nur legal jagdbare Arten erbeutet
werden können. Alles Humbug, meint das Komitee. Bei stichprobenhaften
Kontrollen in der Nähe der Städte Millau und Florac wurden von den
Vogelschützern auch zahlreiche geschützte Vögel in den tendelles
gefunden. Um gegen die französischen Vogelfänger vorzugehen, haben
die Vogelschützer inzwischen die EU-Kommission um Hilfe gebeten und
eine europaweite Protestkampagne gestartet. Damit die Grausamkeit des
Fangs für eine breite Öffentlichkeit dokumentiert werden kann, sind
im Dezember und Januar Pressetermine in den Fanggebieten geplant.

Pressekontakt:

V.i.S.d.P.: KgdV, A.Heyd, Auf dem Dransdorfer Berg 98, 53121 Bonn

Ausführliche Informationen und eine Fotodokumentation zu den
Steinquetschfallen sind im Internet unter www.komitee.de abrufbar.
Tel.: +49 228 665521, Email: info@komitee.de

Original-Content von: Komitee gegen den Vogelmord e. V., übermittelt durch news aktuell

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