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19.11.2009 – 09:55

Gruner+Jahr, NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND

Kein Besitz. Kein Stress. Kein Krieg.
Die Hadza sind die letzten Jäger und Sammler Afrikas - und Vorbild für eine nachhaltige Lebensweise?

Hamburg (ots)

Die Hadza in Tansania leben wie in der Steinzeit
und sind wie schon ihre Ahnen vor 10.000 Jahren als Jäger und Sammler
im Busch unterwegs: Sie bauen nichts an, halten kein Vieh, haben 
keine dauerhaften Unterkünfte und keinen nennenswerten Besitz - dafür
aber viel Zeit. Warum die Hadza ihre Lebensweise so lange bewahrt 
haben, darüber berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der 
Titelgeschichte der Dezember-Ausgabe (EVT 20.11.2009). Die Hadza 
kennen weder Stress, noch kriegerische Auseinandersetzungen oder 
Oberhäupter. Auch Verpflichtungen durch Geburtstage, Hochzeiten oder 
Todesfälle sind ihnen fremd. Sie leben in serieller Monogamie. Frauen
und Männer haben zwar unterschiedliche Rollen, sind aber 
gleichberechtigt.
In jüngster Zeit drängt allerdings die zunehmende Bevölkerung 
Tansanias in ihre Region. Im letzten Jahrhundert ist die Landfläche, 
über die die etwa 1000 Hadza lange allein verfügten, schon um fast 90
Prozent geschrumpft. Hirten, Bauern, Freizeitjäger und Wilderer 
machen ihnen das Land streitig. Und auch die Regierung von Tansania 
verlangt Veränderungen: Die Hadza sollen in Häusern wohnen, einer 
ordentlichen Arbeit nachgehen und ihre Kinder zur Schule schicken. 
Das Bild von Buschleuten, die Paviane und andere wilde Tiere jagen, 
passe nicht zum Image eines Landes, das Anschluss an die 
Weltwirtschaft sucht.
Die Lebensweise der Hadza ist für Forscher besonders interessant, 
da das Volk in der Region lebt, in der einige der ältesten fossilen 
Überreste der ersten Menschen gefunden wurden. Genetische 
Untersuchungen zeigen, dass die Hadza vermutlich in direkter Linie 
auf die Hauptwurzel des menschlichen Stammbaums zurückgehen, die hier
mehr als 100.000 Jahre in die Vergangenheit reicht. Mit dem Sterben 
dieser Kultur würde auch der Einblick in die Lebensumstände der 
Menschen vor dem Aufkommen der Landwirtschaft vor etwa 10.000 Jahren 
erlöschen. Denn es gibt nur noch eine Handvoll über den Globus 
verstreute Völker, die als Jäger und Sammler leben: einige am 
Amazonas und in Papua-Neuguinea, zwei in der Arktis sowie wenige 
afrikanische Volksgruppen.

Pressekontakt:

Sandra Pickert
G+J Exclusive & Living
Kommunikation/PR
Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 55 04
E-Mail pickert.sandra@guj.de
Internet www.nationalgeographic.de

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