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Universität Osnabrück

Universität Osnabrück erforscht Resilienz von Lieferketten in multiplen Krisen

Klimawandel, geopolitische Instabilitäten und schwankende Märkte treffen landwirtschaftliche Produzierende und Lieferketten oft gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Um zu verstehen, wie Agrar- und Lebensmittellieferketten unter diesen Bedingungen nachhaltig und resilient transformiert werden können, ist das Institut für Geographie der Universität Osnabrück mit zwei Forschungsprojekten Teil eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Insgesamt werden die beiden Projekte mit 670.000 Euro gefördert.

Landwirtschaft weltweit unter Druck

Universität Osnabrück erforscht Resilienz von Lieferketten in multiplen Krisen

Klimawandel, geopolitische Instabilitäten und schwankende Märkte treffen landwirtschaftliche Produzierende und Lieferketten oft gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Um zu verstehen, wie Agrar- und Lebensmittellieferketten unter diesen Bedingungen nachhaltig und resilient transformiert werden können, ist das Institut für Geographie der Universität Osnabrück mit zwei Forschungsprojekten Teil eines neuen Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Insgesamt werden die beiden Projekte mit 670.000 Euro gefördert.

Im Forschungsprojekt „Navigating Uncertainty in Multiple Crises: Tanzanian Agri-Food Chains across the Adaptation-Maladaptation Continuum (MAVUNO)” untersucht Prof. Dr. Britta Höllermann gemeinsam mit tansanischen Kooperationspartnerinnen und -partnern der Universität Dar es Salaam und Sokoine Universität, wie tansanische Landwirtinnen und Landwirte mit Unsicherheiten angesichts multipler Krisen und hydroklimatischer Variabilität umgehen.

„Wir untersuchen, inwiefern die individuelle Wahrnehmung von Unsicherheit darüber entscheidet, ob gewählte Strategien zu einer resilienten, nachhaltigen und gerechten Entwicklung führen oder in eine Fehlanpassung münden können”, erläutert Prof. Dr. Britta Höllermann, Professorin für Geographische Mensch-Umwelt-Forschung an der Uni Osnabrück. Dabei beleuchtet MAVUNO insbesondere die unterschiedlichen Handlungsoptionen der Akteurinnen und Akteure: Während Unsicherheiten für einige eine unüberwindbare Hürde darstellen, werden sie von anderen als Chance für transformative Änderungen genutzt. Im Mittelpunkt stehen dabei mögliche negative Effekte der Anpassungsmaßnahmen, welche zwar kurzfristig Risiken reduzieren, aber langfristig neue Verwundbarkeiten schaffen oder bestehende Ungleichheiten verstärken können.

Das Forschungsprojekt „Spice Routes in Crisis: Navigating Risks to Build Resilience/Sustainability in Global Spice Production Networks (SPRINC-GPN)” von Prof. Dr. Martin Franz und PD Dr. Philip Verfürth richtet den Blick auf globale Gewürzproduktionsnetzwerke, die Indien und Deutschland miteinander verbinden.

„SPRINC-GPN untersucht, wie Umweltkrisen die Nachhaltigkeit und Resilienz dieser globalen Produktionsnetzwerke beeinflussen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie unterschiedliche Akteurinnen und Akteure die mit Umweltkrisen verbundenen Risiken wahrnehmen und bewerten – von indischen Landwirtinnen und Landwirten über Unternehmen der Verarbeitung und des Handels bis hin zum Einzelhandel in Deutschland”, erklärt PD Dr. Philip Verfürth, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geographie. Erforscht wird zudem, wie diese unterschiedlichen Risikowahrnehmungen die Entwicklung von Anpassungs- und Minderungsstrategien beeinflussen.

Das DFG-Schwerpunktprogramm „Sustainability and Resilience of Agri-Food Chains in Times of multiple Crises? Towards a joint and critical understanding (Agri-Food Chains)“ verbindet unterschiedliche disziplinäre, methodische und regionale Perspektiven. Ziel ist es, ein gemeinsames und zugleich kritisches Verständnis von Nachhaltigkeit und Resilienz in Agrar- und Lebensmittellieferketten zu entwickeln. Durch die systematische Verbindung verschiedener Forschungsansätze ermöglicht das Programm auch den Vergleich von Entwicklungen und Bewältigungsstrategien in unterschiedlichen Regionen der Welt. Diese globale Perspektive sei auch für die regionale Forschung von Bedeutung, betont Prof. Höllermann. „Die Herausforderungen, die wir in Indien und Tansania untersuchen, sind keine isolierten Probleme des Globalen Südens. In ähnlicher Weise begegnen uns Fragen der Unsicherheit und Resilienz auch hier vor Ort, beispielsweise in der Landwirtschaft in Niedersachsen, welche wir an der Universität Osnabrück im Rahmen der DFG-Graduierten Schule ECORISK untersuchen”, so Höllermann weiter.

„Ich freue mich sehr, dass das Institut für Geographie der Universität Osnabrück erfolgreich gleich zwei Projekte in dem Schwerpunktprogramm einwerben konnte. Mit den beiden unterschiedlichen regionalen und konzeptionellen Perspektiven tragen wir dazu bei, besser zu verstehen, wie Agrar- und Lebensmittellieferketten unter Bedingungen multipler Krisen resilienter und nachhaltiger gestaltet werden können“, ergänzt Prof. Franz, der das Institut für Geographie leitet.

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Britta Höllermann, Universität Osnabrück

Institut für Geographie

britta.hoellermann@uni-osnabrueck.de

PD Dr. Philip Verfürth, Universität Osnabrück

Institut für Geographie

philip.verfuerth@uni-osnabrueck.de

Vivienne Vent, Universität Osnabrück
Kommunikation und Marketing / Volontärin Wissenschaftskommunikation
Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück

E-Mail: vivienne.vent@uni-osnabrueck.de

Weiteres Material zum Download

Dokument:  111_Lieferketten-in-~en_August_2026.docx
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