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Deutsche Marine - Pressemeldung (Reportage): Bayerische Marinesoldaten kämpfen auf Bootsmannslehrgang gegen Schnee, Kälte und Übungsgegner - Sie sollen Vorgesetzte werden und umsichtig handeln

Obermaat Andreas Güldner hat sich im Schnee abgekniet. Er zielt mit seinem Sturmgewehr G 36 und sichert seinen Zug auf dem Standortübungsplatz in Boostedt. Foto: Detlef Struckhof, Deutsche Marine

    Glücksburg (ots) -

    - Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
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    Plön / Boostedt / Hohensasel - Kalt ist es Ende Februar auf dem Standortübungsplatz in Boostedt bei Neumünster. Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht verbringen die Soldaten der 1. Inspektion der Marineunteroffizierschule (MUS) aus Plön schon bei bis zu minus acht Grad unter freiem Himmel. In dieser Nacht gar unter sternenklarem Himmel. Das fördert eisige Temperaturen. Es hat in den vergangenen Tagen sogar geschneit. Der weiße Schnee bedeckt Wiesen, Wald und Felder. Immerhin: Der Vollmond spendet ausreichend Licht auf dem Biwakplatz - auf dem die Soldaten ihre Bundeswehr-Zwei-Mann-Zelte aus fleckgetarntem Zeltstoff errichtet haben. Die Zelte sind mit Stroh ausgefüllt - das soll isolieren. Zusammen mit der Körpertemperatur von zwei Soldaten im nur zweieinhalb Quadratmeter großen Zelt sorgt dies im Vergleich zur Außentemperatur für eine gewisse gefühlte Wärme. Tatsächlich haben die meisten der 53 Marinesoldaten an den Lagerfeuern ihrer Hörsäle die Nacht verbracht. "Leider haben wir diese Nacht vier Ausfälle gehabt", sagt Kapitänleutnant Thomas Schwarz. Er ist Leiter von Hörsaal 11 und stellvertretender Inspektionschef - trägt deshalb auf dem Standortübungsplatz, 42,8 Kilometer von seiner Plöner Inspektion entfernt, die Verantwortung für die Ausbildung seiner Männer und Frauen.

    Mineralwasser in Flaschen eingefroren

    Auch Schwarz schützt sich vor der eisigen Kälte kurz vor sieben Uhr an diesem Donnerstagmorgen. Dazu haben die Marineausbilder die Kleidervorschriften der Bundeswehr über Bord geworfen. "Getragen werden darf hier alles, was warm hält", sagt Schwarz. Der Inspektionsfeldwebel - allgemein als Spieß bekannt - hat zwischenzeitlich das Frühstück aus Plön mit einem Kleintransporter herangebracht. Die Soldaten stehen diszipliniert in einer 20 Meter langen Schlange vor der Essensausgabe in freier Natur. Viele tragen schwarze Wollmützen, Pullover und dicke Plüschhandschuhe - selbstbeschafft, aber einheitlich innerhalb ihres Hörsaals. So viel Ordnung muss in der Bundeswehr dann doch sein. Die Soldaten wollen vor allem eins: heißen Kaffee oder Tee. In der Nacht ist der Inhalt zahlreicher Mineralwasserflaschen eingefroren. Das Frühstück darf in einem beheizten Raum der Standortschießanlage eingenommen werden. Und es folgt der Tagestipp von Schwarz: "Ziehen Sie hier drinnen die warmen Sachen aus, sonst frieren Sie nachher draußen umso mehr." Die meisten Soldaten befolgen den Rat des erfahrenen Fachoffiziers. Langsam und mit wenig Lust streifen sie Mützen, Handschuhe und Jacken ab, hängen sie über die Stuhllehnen der Holzstühle, auf denen sie an kahlen weißen Tischen sitzen. Die Luft ist raus bei den meisten Bootsmannsanwärtern - nach so einer Nacht verständlich.

    Marinesoldaten stehen auch am Hindukusch in Afghanistan

    An der MUS in Plön werden seit 1960 die Unteroffiziere der Marine ausgebildet - bei der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr heißen sie Maat, Obermaat und Bootsmann. Bei Heer und Luftwaffe nennen sich diese Dienstgrade Unteroffizier, Stabsunteroffizier und Feldwebel. Die Unterführerausbildung für die Unteroffiziere der Bundeswehr wurde in den vergangenen Jahren weitgehend standardisiert - für alle Teilstreitkräfte einheitlich angepasst. Dies ist auch notwendig, weil inzwischen Soldaten aller Teilstreitkräfte in jeden Einsatz der Bundeswehr entsandt werden können. Marinesoldaten stehen genauso am Hindukusch in Afghanistan wie in Dschibuti am Horn von Afrika. Und deshalb nimmt die sogenannte einsatzvorbereitende Ausbildung für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung (EAKK) in der vier Monate dauernden Bootsmannsausbildung erheblichen Platz ein. Die Soldaten sollen sich als Vorgesetzte eines Trupps, einer Gruppe oder eines Zuges richtig verhalten, ihre untergebenen Soldaten motivieren und vor allem richtig führen können. Die Unteroffiziere sollen ihre Männer und Frauen heil durch die oft gefährlichen Einsätze bringen. Der Kommandeur der Marineunteroffizierschule, Kapitän zur See Heinrich Liebig, sagt: "Wir zeigen den Männern und Frauen, was es heißt, Verantwortung für andere Menschen und für Material zu tragen; sich überhaupt für andere Menschen verantwortlich zu fühlen - und das nicht nur dienstlich, sondern auch im gesamten sozialen Umfeld." Auf den Lehrgängen an der MUS werden die künftigen Vorgesetzten der Marine an ihre Leistungsgrenzen gebracht. Sie müssen in Stresssituationen umsichtig reagieren, dabei nicht an sich, sondern für und an die ganze Gruppe denken - dürfen dabei an der gestellten Aufgabe nicht zerbrechen. Deshalb werden die Lehrgangsteilnehmer während der Aufgaben - bei der Bundeswehr heißt das Lagen - als Gruppen- oder Zugführer von den Ausbildern bewertet.

    Wer ausfällt, wird gegebenenfalls nachgeprüft

    Nach dem Frühstück auf dem Standortübungsplatz in Boostedt haben die Soldaten der 1. Inspektion augenscheinlich wieder Kraft gesammelt. Es werden erste Witze erzählt, es wird gelacht. Die Gesichter hellen auf. Die vier Soldaten mit sogenannten Ausfallerscheinungen, wie es im Bundeswehrjargon heißt, werden vom Inspektionsfeldwebel mit nach Plön genommen. Sie sollen dort in den Sanitätsbereich gehen, um sich ihre Erkältungskrankheiten beziehungsweise die offenen Blasen an den Füßen behandeln zu lassen. So sollen sie möglichst schnell wieder dienstfähig werden. Fehltage können sich die Lehrgangsteilnehmer nicht viele leisten. Der Bootsmannslehrgang an der MUS ist nämlich allgemeinmilitärischer Laufbahnlehrgang. Das heißt, er ist Voraussetzung für die Beförderung zum Bootsmann und somit Grundlage für eine langjährige Dienstzeit in der Marine. Wer Bootsmann werden will, muss sich zuvor auf acht oder zwölf Jahre bei der Marine verpflichten. Was bedeutet die vorzeitige Rückfahrt nach Plön nun für diese vier Soldaten? "Das entscheiden wir im Einzelfall", sagt Kapitänleutnant Schwarz, "das hängt davon ab, ob der einzelne Soldat bereits seine Führungsleistung erbracht hat. Wenn Nachholbedarf besteht, gibt es gegebenenfalls eine Nachprüfung in der Kaserne."

    Im Team bringt jeder seine Fähigkeiten ein.

    Unter den nur noch 49 Lehrgangsteilnehmern in Boostedt ist Obermaat Andreas Güldner. Er ist Angehöriger des Hörsaals 12 - dem zweiten Hörsaal der 1. Inspektion. Der 22-Jährige ist amtierender Deutscher Meister im sogenannten Apnoetauchen - dem Freitauchen ohne Schlitten. 71 Meter ist er im vergangenen Sommer an einer Leine im Roten Meer tief getaucht. Bei der Marine ist er seit zweieinhalb Jahren Minentaucher. Deshalb ist Güldner körperlich fit. Ihm macht das Leben im Felde bei Eiseskälte nichts aus - zumindest beißt er die Zähne zusammen und lässt sich nichts anmerken. Er sagt während eines Fußmarsches durch knöcheltiefen Schnee: "Als Minentaucher bin ich an der MUS körperlich schon im Vorteil." Doch er bringt noch andere Vorkenntnisse mit, mit denen er während der militärischen Ausbildung glänzen kann. Der Mann aus Gräfenberg bei Nürnberg trägt das Funkgerät seiner Gruppe. Er beherrscht diese Technik im Schlaf - als Minentaucher hat er ständig mit unterschiedlicher Kommunikationstechnik zu tun. Güldner hilft gern, wo er nur kann. Das ist für ihn auch Kameradschaftspflicht - ganz selbstverständlich ist das für ihn. Und die wird an der Marineunteroffizierschule in jeder Hinsicht gefördert und abverlangt. Denn an der MUS gilt es in allen Lagen als Gruppe zu bestehen. Kommandeur Liebig sagt: "Bei uns erfahren die Soldaten, dass sie im Team mehr schaffen, als wenn sie alleine sind." Das ist die Philosophie der Marineschule am Großen Plöner See. Deshalb ist es von den Ausbildern gewollt, dass jeder seine Fähigkeiten einbringt, dass sich alle Soldaten gegenseitig unterstützen. Denn das ist Realität in den Einsätzen der Bundeswehr.

    Versorgungssoldatin als militärische Zugführerin

    Zugführerin ist gerade eine junge Frau mit kurzem dunkelblonden Pferdeschwanz unterm Gefechtshelm. Frau Obermaat - bei der Bundeswehr gibt es keine weiblichen Dienstgradbezeichnungen - hat Sommersprossen im Gesicht, wirkt deshalb jugendlich und frisch. Sie sagt: "Ich bin Versorgungsunteroffizier, sitze eigentlich viel am Schreibtisch. Deshalb ist es gut, dass in den Hörsälen der MUS Soldaten unterschiedlicher Verwendungen zusammen sind. Da gleichen sich die Fähigkeiten und Vorkenntnisse aus. Jeder bringt so etwas in die Gruppe ein, was allen nützt." Hörsaal 12 - während der Übung heißt er zweiter Zug - kommt jetzt an die nächste Ausbildungsstation. Jetzt steht Frau Obermaat im Fokus der Ausbilder. Jetzt beginnt ihre praktische Lehrprobe. Jetzt kommt es für sie darauf an, einen guten Eindruck zu machen - als Soldatin und als Vorgesetzte. Der Auftrag: Die Soldaten sollen schweres Material aus einem Waldstück zur 200 Meter entfernten Straße schaffen. Dort soll die Besatzung eines vorbeikommenden Bundeswehr-Lkw davon überzeugt werden, das Material weiter zu transportieren. Wenn das nicht gelingt, müssen die elf Soldaten des zweiten Zugs alles selbst bis zur nächsten Station schleppen, so die Lage des Ausbilders, eines Oberfähnrichs zur See.

    Angriff auf den Zug

    Die Zugführerin berät sich mit ihren beiden Gruppenführern. Die geben wichtige Tipps: Ist die Minenlage geklärt? Ist das Gelände gesichert? Ist genug Munition in den Magazinen?  Erste Entscheidung der Zugführerin: Eine Kameradin soll den Bundeswehr-Lkw an der Straße abfangen und zum Material im Waldstück leiten. Es gelingt der Soldatin, die unbekannten Kameraden auf dem Lkw um Hilfe zu bitten. Der Lkw fährt an das Waldstück heran. Die Soldaten vom zweiten Zug tragen das schwere Material zum Lkw. Alles scheint rund zu laufen. Die Zugführerin wirkt zufrieden. Plötzlich Gewehrschüsse aus einem gegenüberliegenden Waldstück. Menschen mit Waffen greifen an. Rufe und Aufgeregtheit im zweiten Zug. Was soll jetzt gemacht werden? Noch nicht alle Marinesoldaten funktionieren so, wie es ihnen beigebracht wurde. Nicht alle gehen automatisch in Deckung und schießen zurück. Fast jeder der Soldaten des Zuges erkennt andere Angreifer. Befehle und Beobachtungen werden durcheinander gerufen. Die Befehle der beiden Gruppenführer widersprechen sich zum Teil. Die Zugführerin versucht sich einen eigenen Überblick zu verschaffen, hat sich dazu hinter einen großen Baum in Deckung gestellt. Sie nimmt Funkkontakt zu ihren zwei Gruppenführern auf, informiert den Gefechtsstand. Der Lkw setzt zurück. Bringt sich in Sicherheit. Die Hilfe für den Materialtransport ist fort.

    Nicht alles gut gelaufen - Note Drei

    Der MG-Schütze des Zugs will das Feuer mit seinem Maschinengewehr erwidern. Er liegt im Schnee und flucht. Der Patronengurt ist von ihm in der Eile falsch eingelegt worden. Es geht kein Schuss durch den Lauf. Die Angreifer kommen näher. Wertvolle Zeit verstreicht. Jetzt endlich rattert das Maschinengewehr. Der Gegner zieht sich zurück. Übung beendet. Es folgt die Manöverkritik vom Ausbilder. Der Oberfähnrich nimmt Frau Obermaat beiseite, teilt ihr die Note mit. Dann spricht der Ausbilder mit dem ganzen Hörsaal 12. Nicht alles sei gut gelaufen, zu viele unkoordinierte Aktionen, der Lkw hätte geschützt werden müssen, so sein Fazit. Betretene Gesichter bei den Lehrgangsteilnehmern. Aber es reicht für die Zugführerin. Die Note sei eine Drei geworden, sagt sie hinterher. Zufrieden sei sie damit nicht. Die Verantwortung für den Zug wechselt für die nächste Lage. Andreas Güldner ist jetzt der Chef - übernimmt die Führung. Er teilt zwei neue Gruppenführer ein, lässt sich vom Ausbilder die Koordinaten geben, schaut auf die Karte. Der Zug marschiert los.

    Bordfahrer hantiert mit S-Draht-Rollen und errichtet Kfz-Sperren

    Ortswechsel zum Standortübungsplatz in Hohensasel - 14 Kilometer von Plön entfernt, in der Nähe des Guts Rantzau. Dort wird der Seefahrer Robert Reil zum Bootsmann ausgebildet. Er soll nachmittags Sperren mit sogenanntem S-Draht anlegen. Zusammen mit seinen Kameraden von Hörsaal 23 wird er einen Checkpoint bauen und Fahrzeuge kontrollieren. Reil ist kürzlich vom Oberstabsgefreiten - das ist der höchste Mannschaftsdienstgrad der Bundeswehr - zum Maat befördert worden. Für den Bayern aus Püchersreuth bei Weiden in der Oberpfalz ist dies eine Beförderung, die ihn nicht richtig glücklich macht. Vier Jahre lang fuhr der 23-Jährige auf der Fregatte "Bayern", war dort Messevorsitzender und Vertrauensperson der Mannschaftsdienstgrade. Er sagt: "Meinem jetzigen Dienstgrad sieht niemand an, dass ich altgefahren bin. Das ist schade." Doch diese Beförderung ist ein wichtiger Schritt auf seiner Karriereleiter. Ab Maat ist Reil Vorgesetzter. Der Dienstgrad ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum Dienstgrad Bootsmann. Der Bayer nimmt's deshalb gelassen. Er sagt: "Jetzt habe ich eine neue Uniform. Ich kann endlich Hosen mit Gürtel tragen, habe eine Schirmmütze. Das sieht mit der Krawatte viel erwachsener aus. Im Matrosenanzug wirkt man nicht so männlich." Doch heute trägt auch er Kampfanzug mit Gefechtshelm, hat das Sturmgewehr G 36 auf dem Rücken. Das ist ungewohnt für den Seefahrer. "Hier draußen ist es nicht so gemütlich, wie auf dem Schiff. Mit S-Draht in der freien Natur bei Minusgraden zu  hantieren ist schon eine ganz andere Sache, als mit Tampen an Bord zu arbeiten." Auf dem Lehrgang an der Marineunteroffizierschule bringt ihm seine Vorverwendung als Soldat des seemännischen Decksdienstes auch Vorteile. "Im Fach Praktische Seemannschaft (PSM) bin ich klar im Vorteil. Das ist dann meine Traumlehrstunde, sage ich immer." Insgesamt mache ihm die Ausbildung an der MUS Spaß. Schwierig sei der Bootsmannslehrgang für ihn insgesamt nicht, nur die   Umstellung vom Bordleben sei ungewohnt gewesen. "Hier sitzen wir viel im Unterricht, müssen selbst Unterricht halten und sind viel draußen und müssen marschieren."

    Verletzten bergen strengt an

    Marschieren müssen gerade die Kameraden von Hörsaal 12 in Boostedt. Rund 20 Kilometer ist der temporäre zweite Zug mittlerweile an den zwei Tagen gelaufen. Eigentlich nicht sehr viel - doch alles unter den Belastungen der ständigen Beobachtung und Bewertung. Zugführer Obermaat Güldner kommt mit seinem Zug an eine große Waldlichtung heran. Ein Hubschrauber wurde abgeschossen. Grüner Qualm zeigt die Position. Leuchtmunition am Himmel weist auf den Ernst der Lage. Güldner informiert den Gefechtsstand über Funk. Er schickt einen Gruppenführer mit drei Soldaten los, um der Hubschrauberbesatzung zu helfen. Die laufen 400 Meter durch tiefen Schnee, bergen schon leicht erschöpft einen verletzten Soldaten aus dem Hubschrauber, versorgen ihn und transportieren ihn ab. Den 80-Kilo-Mann durch den Schnee zu tragen, strengt sie sichtlich an. Dann Schüsse von irgendwo. Der Gruppenführer wird von einem Heckenschützen tödlich getroffen, sagt ein Ausbilder. Ein anderer Kamerad muss sofort die Führung übernehmen. Alle gehen in Deckung, sehen keinen Gegner, bleiben zur Vorsicht im Schnee liegen. Zugführer Güldner wird über Funk informiert. Er befiehlt der Gruppe, sich zu sichern, auf Verstärkung zu warten. Güldner schickt weitere Kameraden. "Alles richtig gemacht", sagt der Ausbilder nach Abbruch der Übung. Güldner hat als militärischer Führer überzeugt. Note 1,0 in dieser Übung für ihn.

    Soldaten müssen Risiko auf sich nehmen

    Güldner freut sich kaum merklich, seine Kameraden nicken ihm anerkennend zu. Auf dem Rückmarsch gibt er sich abgeklärt. Er sagt: "Die Lagen der Ausbilder sind sehr realistisch angelegt. Wenn ein Kamerad in so einer Übung verletzt wird oder stirbt, dann denke ich schon darüber nach, wie das im Ernstfall wäre. Doch als Soldat muss ich dieses Risiko in Kauf nehmen. Diese Entscheidung hat jeder für sich vor der Einstellung treffen müssen." Diese Worte sind nicht einfach daher geredet, sind wohl überlegt. Am 24. April 2006 veränderte ein Selbstmordanschlag sein Leben. Er war auf Taucherurlaub in Ägypten. 25 Menschen starben - darunter ein deutscher Junge. Mehr als 50 wurden verletzt. Eine Freundin aus der Schweiz verlor ein Bein. Güldner selbst blieb unverletzt, weil er wenige Minuten zu spät zum Treffpunkt - dem Platz des Anschlags kam. "Diese schrecklichen Bilder werde ich nie vergessen", sagt er. Deshalb wurde Güldner Minentaucher. Er will Experte für das Entschärfen und Beseitigen von Sprengsätzen, Minen und Bomben werden. Nach dem Bootsmannslehrgang wird Güldner ab Mai dieses Jahres elf Monate lang in Aachen zu einem solchen ausgebildet - danach steht die Beförderung zum Bootsmann an und der weltweite Einsatz als Minentaucher. Maat Robert Reil hat auch noch eine weitere Ausbildung vor sich. Im Anschluss an die Plöner Zeit geht er an die Marinetechnikschule nach Parow bei Stralsund. Dort wird der Bayer zum Decksmeister ausgebildet - danach wird er wieder zur See fahren können. Das ist Reils Berufung. Darauf freut er sich.

    Autor: Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum Marine Fotos: Detlef Struckhof, Presse- und Informationszentrum Marine

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