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Interview mit Steffen Groth (28), "Auch Engel wollen nur das Eine" (12.11.2002, 20.15 Uhr)
"Ich bin weniger schüchtern, als viel mehr zurückhaltend"

    Berlin (ots) - Im Film spielen Sie einen übergewichtigen Mann. Haben Sie sich über die Speckattrappen hinaus, beispielsweise im Bezug auf Bewegung und Gestik, besonders auf die Rolle vorbereitet?          Zur Vorbereitung habe ich eingehend Jeff Bridges Gestik in "The Big Lebowski" studiert. Ich habe aber auch auf der Straße darauf geachtet, wie sich etwas fülligere Menschen beim Sitzen, Stehen und Laufen bewegen. Außerdem hat mir das Silikon-Kostüm, das extra für mich angefertigt wurde, sehr geholfen - auch wenn es extrem schwer war und ich am Ende des Drehtages von der ganzen Schlepperei echt hinüber war...          Sie mussten jedoch nicht nur Ihr äußeres Erscheinungsbild beträchtlich verändern, sondern sich auch innerlich auf die Verwandlung in den unattraktiveren Arthur einstellen. Wie haben Sie sich dabei gefühlt?

    Super. Endlich konnte ich mal eine Rolle spielen, in der ich nicht ausschließlich den gut aussehenden, smarten Männertyp verkörpere. Dass ich für diese Rolle äußerlich unattraktiver sein musste, als ich in natura bin, habe ich wirklich als willkommene Abwechslung empfunden.          Könnten Sie sich grundsätzlich mit einem derartigen Körper arrangieren?

    Im Bezug auf andere Menschen habe ich mit einer gewissen Leibesfülle keine Probleme. Für mich selbst würde ich es jedoch eher als belastend empfinden, eine fette Wampe vor mir her zu schieben - auch wenn es sehr gemütlich und beruhigend war, zwischendurch über solch ein rundes Etwas zu streichen.          Wie würden Sie Ihr persönliches Schönheitsideal definieren?          Ich spreche auf ein schönes Äußeres an, aber dennoch würde ich immer innere Qualitäten über einen lediglich perfekten Körper stellen. Ideal ist in dieser Hinsicht natürlich eine Verbindung aus beidem, so dass die innere Schönheit nach außen strahlt.          Arthur hat die Wahl zwischen Tod oder Leben mit Sexverzicht. Welche Entscheidung würden Sie in dieser Situation treffen?          Das ist natürlich eine schwierige Situation, aber letztlich würde ich mich wahrscheinlich doch für das Leben entscheiden. In jedem Fall würde ich versuchen, mit den Engeln in Verhandlungen zu treten oder den Deal von Grund auf in Frage zu stellen.          Glauben Sie grundsätzlich an ein Leben nach dem Tod?          Ja, ganz bestimmt. Meine konkreten Vorstellungen über das, was "danach" kommt, beruhen hauptsächlich auf meiner Beschäftigung mit hinduistischen Schriften, die ein relativ genaues Bild über das Leben nach dem Tod liefern.          In Sachen Frauen ist der schüchterne Arthur nicht gerade ein Aufreißertyp. Trifft das auch auf Sie persönlich zu?          Ich bin weniger schüchtern, als viel mehr zurückhaltend - eben nicht der Typ Mann, der Frauen auf eine penetrante Art anmacht oder mit seinen Bedürfnissen bedrängt. In dieser Hinsicht würde ich mich eher als vorsichtigen und gefühlvollen Strategen bezeichnen.          Das erste Rendezvous zwischen Arthur und Nelly findet bei Mondschein und Kerzenlicht in einer baufälligen Tankstelle statt. Würde auch Steffen Groth Romantik auf diese Weise inszenieren?          Gegen ein romantisches Essen bei Kerzenschein habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Vorzugsweise würde ich ein romantisches Treffen jedoch möglichst an einen Ort direkt am Meer verlagern. Im Film fand ich die Idee mit der Ruine sehr schön, weil ja auch mit der Band, die wie aus dem Nichts auftaucht, einen bisschen Zauber mit im Spiel war...          Als Schauspieler ist der stete Rollenwechsel für Sie wahrscheinlich keine magische, sondern eine alltägliche Erfahrung. Würden Sie sich dennoch im wahren Leben manchmal wünschen - sozusagen auf Knopfdruck - ein anderer sein zu können?

    Ganz im Gegenteil, steht mir der Sinn danach, immer mehr ich
selbst zu werden. Ich denke, dass man gerade als Schauspieler im
wahren Leben nicht nur um Authentizität, sondern letztlich auch darum
bemüht sein sollte, möglichst viele eigene Persönlichkeitsfacetten zu
entdecken.
    
    "Auch Engel wollen nur das Eine" ist eine romantische Komödie.
Welches Genre bevorzugen Sie als Schauspieler?
    
    Ich habe zwar häufig in Komödien mitgewirkt, könnte mir jedoch
auch sehr gut vorstellen, beispielsweise in einem Krimi den Kommissar
zu spielen. Besonders interessant und wichtig finde ich Filme, die
dramatische oder idealistische Inhalte vermitteln.
    
    Demnächst werden Sie unter der Regie von Stefan Barth in "Motown"
zu sehen sein. Welche Projekte stehen in Zukunft noch an?
    
    Im Moment ist bei mir alles andere als Stillstand angesagt. So
schreibe ich gerade - neben meiner Tätigkeit als Schauspiellehrer -
ein eigenes Drehbuch. Außerdem habe ich eine Demo-CD aufgenommen, um
in Zukunft auch als Hörspielsprecher arbeiten zu können. Auf lange
Sicht hin würde ich mich gern als Regisseur verwirklichen. Und ich
werde mich jetzt um eine internationale Agentur bemühen.
    
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