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Weltspiegel - Auslandskorrespondenten berichten
Am Sonntag, 12. November 2017, 19:30 Uhr vom BR im Ersten

München (ots) - Moderation: Natalie Amiri

Geplante Themen:

Belgien: Katalonen zu Besuch - Droht der EU ein Aufstand der Regionen? / Die Frage des Umgangs mit dem abgesetzten Regionalpräsidenten Carles Puigdemont spaltet die belgische Politik: Die rechtsgerichtete flämische Regierungspartei N-VA hat dem Katalanen früh Asyl angeboten; der belgische Premier Michel von den Konservativen hat seinen Staatsminister deshalb gerügt und muss in dieser Woche in einer Parlamentsbefragung Stellung beziehen. Gleichzeitig marschieren 200 katalanische Bürgermeister vor den Sitz der EU, bejubelt von flämischen Separatisten, die sich lieber heute als morgen vom belgischen Staat verabschieden wollen. Der katalanische Freiheitsdrang kann ansteckend wirken, wohl nicht nur für belgische Regionalpolitiker. Die EU fürchtet eine Blockade durch zunehmende Regionalisierung und Kleinstaaterei und steht klar auf Seiten der spanischen Zentralregierung. Carles Puigdemont attackiert deshalb die EU und wirft ihr jetzt sogar die Unterstützung eines Staatsstreiches in Spanien vor, bejubelt von katalanischen Bürgermeistern, die ihren Konflikt mit Madrid bis nach Brüssel tragen. (Autorinnen: Bettina Scharkus / Katrin Matthaei, ARD Brüssel)

Spanien: Katalonien in der Blase? / Der Kampf um die Unabhängigkeit Kataloniens ist auch eine Schlacht der Bilder. Die Medien spielen eine zentrale Rolle in dieser Auseinandersetzung. Viele Anhänger einer Loslösung informieren sich fast nur noch über katalanische Medien, die die Unabhängigkeit befürworten - sie leben gewissermaßen in einer selbst gewählten Blase. Die Separatisten sind gut vernetzt und bestens in den sozialen Netzwerken unterwegs. Oftmals wird mit Schlagwörtern lässig und fahrlässig umgegangen; wenn es um die spanische Regierung geht, wird schnell von Repression und Faschismus gesprochen. Aber auch auf der anderen Seite, bei den Medien in Madrid, wird oft nur ein Teil der Geschichte erzählt. Fernsehsender wie TVE berichten nur wenig über zu harte Polizeieinsätze. Und die Zentralregierung, so scheint es, versteht nicht wirklich die Macht der Bilder. Was sich schon beim Brexit und dem Wahlkampf von Donald Trump zeigte, findet in Katalonien seine Fortsetzung. (Autor: Stefan Schaaf, ARD Madrid)

Indien: Verkauft, missbraucht, verstoßen: Minderjährige Mädchen als Sexsklavinnen / Elf Jahre alt sei sie gewesen, als ihre Mutter sie an einen 75-jährigen Mann verkauft habe. Muneera Khan ist eines von geschätzt mehreren hundert Mädchen aus den muslimischen Elendsvierteln von Hyderabad, die von ihren Eltern an Männer aus den arabischen Emiraten "verheiratet" wurden. Indien erlaubte der muslimischen Minderheit bislang, Eheschließungen und Scheidungen selbst zu regeln. Selbst Zweit- und Drittehen sind erlaubt, nur Kinderehen sind verboten. Die indische Polizei ließ vor wenigen Wochen ein regelrechtes Netzwerk aus kriminellen Ehevermittlern, korrupten muslimischen Geistlichen und Hoteliers auffliegen, die minderjährige Mädchen mit gefälschten Dokumenten an arabische Männer verheiraten wollten. Was neben der kriminellen Energie selbst hartgesottene Polizisten an diesem Fall erschreckte, war die Skrupellosigkeit, mit der die Eltern ihre Kinder verscherbelten - für weniger als tausend Euro. Die Eltern hofften, dass die Männer die Töchter mitnehmen in die Emirate und die Kinder dort ein besseres Leben haben. Doch vielen arabischen "Ehemännern" geht es nur um Sex: Sie missbrauchen die Mädchen und lassen sich wieder scheiden. (Autor: Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi)

Kanada: First Nations gegen Fischfarmen / Protest der First Nations in British Columbia: Seit Ende August halten sie zwei Fischfarmen in der Nähe von Alert Bay besetzt. Chief Willie Moon sieht die Existenz seines Stammes gefährdet: "Unser Wildlachs ist so gut wie ausgerottet und schuld sind die Fischfarmen. Wir wollen, dass den Fischfarmen die Lizenz entzogen wird." Nach Ansicht von Biologen und Umweltschützern haben die Betreiber der Fischfarmen Viren, die bei Zuchtlachs in Norwegen festgestellt wurden, in den Pazifik vor der Küste Kanadas eingeschleppt. Die Viren sind für Menschen ungefährlich, schwächen aber die Fische nachhaltig. Der neue Premierminister von British Columbia versprach den protestierenden Häuptlingen bei seinem Besuch in Alert Bay, dass er alles tun wolle, um den heimischen Wildlachs zu schützen. Die Fischfarmen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, setzen in British Columbia 1,5 Milliarden Dollar um und beschäftigen rund 3000 Menschen. (Autor: Markus Schmidt, ARD New York)

Bolivien: Wohlstand mit Lithium? / Im Salar von Uyuni sitzt Bolivien auf neun Millionen Tonnen Lithium - das größte bekannte Vorkommen auf der Welt. Die Salzebene ist zwölfmal größer als Berlin und hat eine 100 Meter dicke Salzkruste. Darin befindet sich die lithiumhaltige Sole, die Bolivien, das ärmste Land Südamerikas, zu Wohlstand verhelfen könnte. Die Welt giert nach Lithium - das Leichtmetall ist der Grundstoff für Autobatterien und Handyakkus. Und Bolivien kämpft darum, seinen Bodenschatz selber zu fördern und auch gleich fertige Produkte herzustellen, um Geld ins Land zu bringen. Doch das bolivianische Lithium weckt Begehrlichkeiten: gleich neben der staatlichen Lithiumförderung hat sich schon ein chinesisches Unternehmen niedergelassen. (Autor: Peter Sonnenberg, ARD Mexico)

Redaktion: Dr. Brigitte Abold

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