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Commerzbank Aktiengesellschaft

20 Jahre DAX Einschätzungen von Dr. Sebastian Klein, Sprecher der Geschäftsführung cominvest

Frankfurt (ots)

Der DAX hat sich von Anfang an zu einem
Börsenleitindex entwickelt, der heute - 20 Jahre nach seiner 
Einführung - fester und etablierter Bestandteil der  internationalen 
Finanzmärkte ist. Er repräsentiert rund zwei Drittel des gesamten 
Grundkapitals inländischer börsennotierter Aktiengesellschaften. 
Damit stellt der DAX alle anderen Börsensegmente in Deutschland in 
den Schatten.
Dennoch liegt es in der Natur der Sache, dass Indizes lediglich 
einen Ausschnitt und nicht den Markt in seiner Breite abbilden 
können. So beschränkt sich beispielsweise der DAX auf die 30 
großkapitalisierten börsenorientierten Unternehmen, die sogenannten 
Blue-Chips.
Doch auch wenn der DAX lediglich einen Ausschnitt repräsentiert, 
so hat er nichts von seiner Bedeutung als Stimmungsindikator für die 
deutsche Wirtschaft verloren. Im Gegenteil. Durch die kontinuierliche
Weiterentwicklung des DAX hat der Index im Laufe der Zeit weltweit an
Reputation gewonnen. Vor allem aber ist der DAX in der Vergangenheit 
wesentlich internationaler geworden. Das betrifft sowohl die 
Ausrichtung der im DAX vertreten Unternehmen als auch die 
Aktionärsstruktur. Zum einen  erwirtschaften immer mehr DAX-Konzerne 
einen Großteil ihrer Erträge im Ausland, weshalb der DAX auch als 
Globalisierungsindex bezeichnet wird. Zum anderen hat sich die 
Aktionärsstruktur des DAX deutlich verändert. Heute befinden sich gut
50 Prozent des Aktienkapitals der 30 DAX-Unternehmen in ausländischer
Hand.
Dies ist keine erfreuliche Entwicklung, denn sie dokumentiert die 
Zurückhaltung der Deutschen gegenüber dem Aktienmarkt. Diese spiegelt
sich auch in einer anderen Kennziffer, nämlich der 
Marktkapitalisierung in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Auf 
Basis vergleichbarar Indizes liegt Deutschland hier mit einer Quote 
von 38 Prozent international am unteren Ende der Skala. Im Schnitt 
beträgt der Anteil der Börsenkapitalisierung am BIP in Euroland 42 
Prozent. Bedeutende Industrienationen außerhalb Eurolands weisen noch
deutlich höhere Quoten aus. Sie reichen von 65 Prozent in Japan, über
97 Prozent in den USA und 108 Prozent  in Großbritannien bis hin zu 
221 Prozent in der Schweiz. Auf der Überholspur befinden sich die 
asiatischen Wachstumsregionen. Indien kommt bereits auf eine 
Börsenkapitalisierung von 63 Prozent des BIP. China liegt mit 39 
Prozent schon heute in etwa auf dem Niveau von Deutschland.
Das unterdurchschnittliche Abschneiden Deutschlands bei der am BIP
gemessenen Marktkapitalisierung hat verschiedene Gründe. Zum einen 
wird Deutschlands Wirtschaft traditionell sehr stark vom Mittelstand 
geprägt. Neben diesem eher strukturellen Faktor kommt hinzu, dass die
Aktienkultur in Deutschland weiterhin noch deutlich unterentwickelt 
ist. So setzen deutsche Unternehmen zur Finanzierung traditionell 
noch wesentlich stärker auf Kredite als beispielsweise  
angelsächsische Firmen, bei denen die Kapitalbeschaffung viel 
häufiger über die Börse erfolgt.
Um die Investmentkultur in Deutschland zu stärken, ist neben einem
generellen Umdenken vor allem die Etablierung einer nachhaltigen 
Aktienkultur zwingend notwendig. Die Politik hat die Bedeutung und 
Dringlichkeit dieses Themas mittlerweile erkannt und mit Blick auf 
eine stärkere Partizipation der Arbeitnehmer am Produktivkapital 
entsprechende Vorschläge vorgelegt. Damit wird ein richtiger und 
wichtiger Weg bestritten. Denn eine stärkere  
Aktienmarktkapitalisierung, einhergehend mit einer Stärkung der 
Aktienkultur, ist kein Selbstzweck. Sie macht die Unternehmen 
unabhängiger von Krediten und verbreitert die Finanzierungsbasis  für
weitere Investitionen und Innovationen mit entsprechend positiven 
Auswirkungen auf die Beschäftigung, den Wohlstand und das Wachstum in
Deutschland.

Pressekontakt:

Commerzbank AG
Zentraler Stab Konzernkommunikation -Presse-
Telefon: 069/136-22830
Telefax: 069/136-29955
Email: pressestelle@commerzbank.com

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