Kölns OB ist wieder in die evangelische Kirche eingetreten -"Brauche ein stabiles Wertegerüst, auf das ich meine Entscheidungen stütze"
Köln (ots)
Torsten Burmester (63), seit November vergangenen Jahres Oberbürgermeister von Köln, ist wieder in die evangelische Kirche eingetreten. "Ich habe damit ungefähr drei Jahre gerungen. Anfang des Jahres war es dann so weit, dass ich diesen Schritt vollzogen habe", sagte der SPD-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). In "jungen Jahren" habe er Probleme mit der evangelischen Kirche gehabe und sei ausgetreten. "Aber die Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren im Gemeindeleben gemacht habe, haben ein Umdenken und eine Wiederannäherung in Gang gesetzt." Mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, habe er darüber gesprochen, "dass es Sinn machen könnte, ein positives Zeichen zu setzen". Als
Politiker brauche er "ein stabiles Wertegerüst, auf das ich meine Entscheidungen stütze", erläuterte Burmester und fügte hinzu: "Im Lauf der Jahre habe ich immer mehr Übereinstimmungen und Schnittmengen mit der Kirche festgestellt. Ich nehme wahr, wie viel Gutes sie tut - und wie gut die Stunde sonntagmorgens im Gottesdienst der eigenen Reflexion tut."
Präses Latzel berichtet in dem Doppel-Interview von "einer Form des ,Silent Revival', eine stille Neuausrichtung auf Glaube und Kirche, gerade von Menschen, die nach Orientierung suchen: Was gibt meiner Seele Halt? Was gibt mir Hoffnung - als Trotzkraft in einer verrückten Welt? Das drückt sich bei manchen in einer Kirchenmitgliedschaft aus, bei anderen anders."
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