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22.01.2017 – 15:39

Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger: Katholische Kirche will bei Auslandsseelsorge drastisch kürzen
Halbierung der Finanzmittel geplant
Norbert Röttgen (CDU): Das Gegenteil dessen, was für die Kirche nottäte

Köln (ots)

Geplante Einschnitte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz stoßen auf Unverständnis und Protest der Außenpolitik. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe) berichtet, hat sich der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), dafür stark gemacht, eine vorgesehene Halbierung der Haushaltsmittel für das "Katholische Auslandssekretariat" von derzeit 4,9 Millionen Euro auf nur noch 2,5 Millionen Euro nicht umzusetzen. Wie die Zeitung berichtet, wäre ein solcher Schritt nach Röttgens Überzeugung das Gegenteil dessen, was für die Kirche derzeit nöttäte: durch Dialog und Ausgleich auf gesellschaftliche Konflikte im Ausland einzuwirken und damit auch eigene Relevanz zu beweisen. Nach Informationen der Zeitung rechnet die Bischofskonferenz infolge der Kürzungen damit, dass sich die Zahl der in den kommenden drei bis vier Jahren aus der Finanzierung herausfallenden Seelsorgestellen auf 17 von 43 beläuft. Ein noch stärkerer Spardruck lasse sich durch Umfinanzierung und die Auflösung einer Rücklage für die Auslandseelsorge "vorübergehend mindern", heißt es in einer Tischvorlage für eine Sondersitzung des Ständigen Rats der 27 Diözesanbischöfe an diesem Montag in Würzburg. Das Papier, das dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vorliegt, listet unter den wegfallenden Standorten ausdrücklich Stellen auf, "die pastoral nicht prioritär" seien, jedoch bislang aus politischen oder kirchenpolitischen Gründen aufrecht erhalten würden. Genannt sind Istanbul, Kairo, Jerusalem, Rom und Auschwitz. Weiter macht das Papier "erheblichen Widerstand" gegen das Vorhaben namhaft. So habe Außenstaatssekretär Stephan Steinlein die Kürzungen "problematisiert" und "das Interesse der Bundesrepublik Deutschland an den Auslandsgemeinden zum Ausdruck gebracht". Erwähnt sind auch Interventionen mehrerer deutscher Botschaften (Ankara, Bangkok, Peking) und eine "große Unruhe in den Gemeinden selbst".

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