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RNZ: Flexibel - Kommentar zur Brückenteilzeit

Heidelberg (ots) - Einmal Teilzeit, immer Teilzeit? Das soll künftig nicht mehr gelten. Und das ist gut so. Denn gerade für viele Frauen (und wenige Männer), die der Kinder wegen die Arbeitszeit reduziert haben, wird Teilzeit zur Armutsfalle: Weniger Einkommen, weniger Rente, so lange der Arbeitgeber nicht mitspielt beim Wunsch, die Stunden wieder aufzustocken. Die neue "Brückenteilzeit" wird künftig helfen, das zu verhindern - und es damit Familien erleichtern, zum Beispiel Pflege- oder Erziehungsarbeit untereinander gerechter zu verteilen. In der vergangenen Legislatur hat sich die Union dem SPD-Herzensprojekt noch schlicht verweigert. Auch nun murren die CSU-Minister hörbar. Sie sollten sich eines Lieblinssatzes ihres Urvaters Strauss erinnern: pacta sunt servanda. Nur: Für alle, die jetzt schon in der Teilzeitfalle sitzen, bringt das Gesetz nur minimale Verbesserungen. Statt Recht auf Vollzeit gilt für sie nur eine Beweislastumkehr. Nicht sie müssen beweisen, dass sie für eine freie Vollzeitstelle geeignet sind, sondern der Arbeitgeber das Gegenteil, wenn er den Platz anderweitig besetzen will. Auch in kleinen und mittleren Betrieben ist das neue Instrument mit dem sperrigen Namen nur sehr begrenzt vorgeschrieben. Doch kluge Arbeitgeber werden wissen: In Zeiten des aufziehenden Fachkräftemangels ist im Vorteil, wer sich flexibel zeigt.

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