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RNZ: Unter Verdacht: Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) befasst sich mit der Feuertragödie von Ludwigshafen

    Heidelberg (ots) - Unter Verdacht Von Klaus Welzel Man kann es machen wie Kurt Beck - und damit eine politische Bruchlandung riskieren. Ungefragt betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident am Montag, die Feuertragödie von Ludwigshafen habe nichts mit einem fremdenfeindlichen Anschlag zu tun. Seit gestern steht der Verdacht im Raum, dass Beck sich womöglich irrte. Und Deutschland steht  auf der Anklagebank türkischer Medien. Mit diesem Verdacht, der bisher auf den Aussagen zweier Mädchen beruht, die einen Mann beim Zündeln beobachtet haben wollen, müssen auch deutsche Politiker leben - und sich allerhand anhören. Etwa die Vorhaltung von Ministerpräsident Erdogan, er wolle "kein zweites Solingen erleben". Dieser Satz schmerzt. Er schmerzt, weil nicht nur die hiesige Region, sondern offensichtlich große Teile der Bevölkerung in ganz Deutschland Anteil nehmen an dieser Tragödie, die neun Menschenleben forderte. Erdogans Zitat weist die erbrachte Anteilnahme zurück und baut subtil eine Schuldzuweisung auf.  Und indem er seinen Satz mit der Forderung verbindet, türkische Brandermittler nach Deutschland zu schicken, unterstellt er indirekt, dass der Fall ansonsten nicht zufriedenstellend aufgeklärt werden könnte. Das ist starker Tobak. Und widerspricht sämtlichen Tatsachen. Man kann nur hoffen, dass die Brandursache restlos aufgeklärt werden kann - und dass der von Erdogan geschürte Verdacht sich als solcher entpuppt.

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