Neue Daten zeigen: Parasitenrisiken werden unterschätzt - Zecken auch in innerstädtischen Parks weit verbreitet
Ingelheim (ots)
- Globale Umfrage mit 6.500 Tierhalter*innen und aktuelle Feldstudie aus Deutschland unterstreichen den Bedarf an Aufklärung und konsequenter Prävention.
- 43 % der Tierhalter*innen berichten, dass ihre Tiere bereits Parasiteninfektionen hatten; 75 % wünschen sich klarere Empfehlungen zur Parasitenprävention.
- Tierärzt*innen gelten als die vertrauenswürdigste Quelle für Informationen zur Tiergesundheit.
Der World Parasite Awareness Day, der jährlich am 20. März stattfindet, erinnert daran, dass Parasiten wie Flöhe, Zecken und Würmer weltweit zu den häufigsten Gesundheitsrisiken für Haustiere zählen - und dabei einfach verhindert werden können.
Eine globale Umfrage unter 6.500 Tierhalter*innen¹ zeigt, dass trotz häufiger Parasitenexposition ein erheblicher Bedarf an mehr Bewusstsein, besserer Aufklärung und konsequenteren Präventionsgewohnheiten besteht. 27 % geben an, nur wenig oder gar nicht mit Parasitenrisiken vertraut zu sein, 75 % wünschen sich klarere Empfehlungen zur Prävention. Gleichzeitig berichten 43 %, dass ihr Tier bereits eine Parasiteninfektion hatte, wobei jeder fünfte Fall innerhalb des vergangenen Jahres auftrat. Tierärztinnen und Tierärzte bleiben die vertrauenswürdigste Quelle: 70 % der Befragten nennen sie als wichtigste Anlaufstelle.
Zecken in Stadtparks: Neue Daten aus Deutschland
Auch in Deutschland stellen Parasiten eine relevante und häufig unterschätzte Gefahr für Hunde und Katzen dar. Eine aktuelle Feldstudie aus Deutschland belegt die Relevanz des Themas im urbanen Raum: In 73 % der untersuchten innerstädtischen Parks wurden Zecken nachgewiesen. Die Erhebung umfasste 41 Parks in den Regionen Berlin/Potsdam und Heidelberg, die den klimatischen Durchschnitt Deutschlands abdecken. Untersucht wurde mit der sogenannten Flaggmethode auf jeweils ca. 200 m² großen Flächen; dabei werden Stoffbahnen definierter Größe über die zu beprobende Fläche gezogen. Begehungen fanden im Frühjahr/Frühsommer sowie im Herbst statt. Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock) war die dominierende Art. Besonders häufig wurden Zecken in Bereichen mit Büschen und Laubstreu gefunden; die Aktivität war im Frühjahr/Frühsommer deutlich höher als im Herbst.2
"Der Anteil an Parks mit Zecken sowie die Zahl der positiven Beprobungen übertraf unsere Erwartungen. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass Hunde und Katzen auch in der Stadt zuverlässig gegen Zecken geschützt werden", sagt Dr. Verena Große Liesner, Tierärztin.
Dass diese Ergebnisse den Alltag von Hundehaltern widerspiegeln, zeigen auch aktuelle Befragungsdaten: In einer Umfrage des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) aus dem Jahr 2024 gaben 92 % der befragten Hundehalterinnen und Hundehalter in Deutschland an, im aktuellen Jahr mindestens einmal eine Zecke an ihrem Hund gesehen zu haben. Befragt wurden 965 Hundehalter, was die hohe praktische Relevanz des Zeckenschutzes auch außerhalb klassischer Risikogebiete unterstreicht.3
Weltweites Risiko durch Parasiten
Allein in den Vereinigten Staaten wird geschätzt, dass mehr als 1,2 Millionen Hunde herzwurmpositiv sind.4 In Europa hat sich dieselbe Erkrankung auf neue Länder ausgeweitet, während in Teilen Lateinamerikas, Afrikas und Asiens aufgrund regionaler Bedingungen weiterhin eine hohe Prävalenz besteht. Unter den äußeren Parasiten sind Zecken weltweit weit verbreitet. So zeigte eine aktuelle Umfrage in Italien, dass mehr als 47 % der Hunde betroffen sein könnten5, während in einer vergleichbaren Studie in Südostasien bis zu 67 % der gehaltenen Hunde mindestens eine Zecke aufwiesen.6 Diese blutsaugenden Parasiten können schwere und in manchen Fällen lebensbedrohliche Krankheiten übertragen, darunter Lyme-Borreliose (die Gelenkschmerzen und in einigen Fällen Nierenschäden verursacht), Babesiose (eine durch Protozoen verursachte Infektion, die rote Blutkörperchen zerstört) oder Ehrlichiose (eine bakterielle Infektion, die zu Fieber und Blutungsneigung führt).
Tierärztinnen und Tierärzte können eine zentrale Rolle bei der Risikobewertung, der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen und der Unterstützung verantwortungsvoller Tierhaltung spielen. Sie bleiben die vertrauenswürdigste Quelle für Informationen zur Tiergesundheit: 70 % der Tierhalter*innen nennen sie als wichtigste Anlaufstelle. Da Parasitenrisiken je nach Region, Saison und Lebensstil variieren, sind individuelle Beratung, regelmäßige Kontrollen und der verantwortungsvolle Einsatz präventiver Lösungen entscheidend für den Schutz von Tieren und Menschen.
Service für Tierhalter*innen: Parasitenportal.de
Aktuelle Informationen zu regionalen Risiken, Expositionsorten und Präventionsmaßnahmen finden Tierhalter*innen auf Parasitenportal.de. Das Angebot unterstützt die gemeinsame Entscheidungsfindung mit der Tierarztpraxis und hilft, Prävention alltagstauglich umzusetzen.
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Häufig gestellte Fragen
1. Ist Parasitenprävention wirklich notwendig - auch bei Wohnungstieren?
Ja. Auch Haustiere, die sich überwiegend in Innenräumen aufhalten, können Parasiten ausgesetzt sein. Flöhe, Zecken und Würmer gelangen beispielsweise über Kleidung, Schuhe, andere Tiere oder durch offene Fenster, etwa durch fliegende Insekten wie Mücken, in die Wohnung. Da eine Parasitenexposition nicht immer offensichtlich ist, hilft eine vorbeugende Behandlung, um Haustiere zu schützen, bevor gesundheitliche Probleme entstehen. Eine regelmäßige Parasitenkontrolle unterstützt die langfristige Gesundheit Ihres Tieres und trägt zu einem sicheren Umfeld für Tiere und Menschen bei.
2. Woran erkenne ich einen Parasitenbefall?
Die Anzeichen eines Parasitenbefalls können je nach Art des Parasiten unterschiedlich sein. Häufige Symptome sind Juckreiz, Hautreizungen, Verdauungsprobleme, Gewichtsverlust, Fieber oder Veränderungen von Verhalten und Aktivität. In manchen Fällen zeigen Haustiere, insbesondere in frühen Stadien, keine sichtbaren Symptome. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und konsequente Vorsorgemaßnahmen sind daher wichtig, um Parasitenrisiken frühzeitig zu erkennen und zu kontrollieren.
3. Sind Mittel zur Parasitenprävention sicher und wirksam?
Ja. Zugelassene Tierarzneimittel werden auf Grundlage wissenschaftlicher Forschung entwickelt und sind bei sachgemäßer Anwendung sicher und wirksam. Im Gegensatz zu den als "natürlich" beworbenen Produkten müssen sie eine Wirksamkeit in wissenschaftlichen Studien belegen und können Haustiere vor einer Vielzahl innerer und/oder äußerer Parasiten schützen. Vorbeugende Maßnahmen helfen, Erkrankungen zu vermeiden, reduzieren den Bedarf an aufwendigen Behandlungen und tragen zu einer besseren Lebensqualität bei.
4. Wie oft sollte mein Haustier eine Parasitenprophylaxe erhalten?
Der geeignete Vorsorgeplan hängt vom Alter Ihres Tieres, seinem Lebensstil, der Umgebung sowie den regionalen Parasitenrisiken ab. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann diese Faktoren beurteilen und einen individuell abgestimmten Präventionsplan empfehlen. Eine konsequente Umsetzung dieser Empfehlungen sorgt für einen wirksamen Schutz und unterstützt ein langes, gesundes Leben Ihres Haustieres.
5. Kann ich mich bei meinem Haustier mit Parasiten anstecken?
Einige Parasiten von Haustieren können auch für den Menschen ein Risiko darstellen. Eine direkte Übertragung ist möglich, kommt jedoch nicht häufig vor. Dennoch können Menschen beispielsweise über Parasiteneier oder -larven infiziert werden, die von infizierten Hunden oder Katzen ausgeschieden werden. Ein konsequenter Parasitenschutz Ihres Haustieres hilft, dieses Risiko zu reduzieren und unterstützt die Gesundheit von Tieren und Menschen gleichermaßen.
Quellen:
1 Pet owner survey: The survey was conducted among 6,500 pet owners across the UK, the US, France, Germany, Turkey, China, Japan, Mexico and Brazil. The interviews were conducted online by Sapio Research in January 2026 using an email invitation and an online survey.
2 Vorkommen von Zecken in Parks im Raum Heidelberg und in Berlin/Potsdam, O. Kahl, V. Große Liesner, M. Komorek, 2026, VIII. Süddt. Zeckenkongress, Tagungsband.
3 Nach Daten des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH). Basis: Hundehalter-Befragung 2024 unter 965 Teilnehmenden.
4 American Veterinary Medical Association (AVMA). Heartworm incidence climbs despite preventive efforts. Published October 08, 2024. https://www.avma.org/news/heartworm-incidence-climbs-despite-preventive-efforts
5 Maurelli, M.P., Pepe, P., Colombo, L. et al. A national survey of Ixodidae ticks on privately owned dogs in Italy. Parasites Vectors 11, 420 (2018). https://doi.org/10.1186/s13071-018-2994-2
6 Colella V, Nguyen VL, Tan DY, Lu N, Fang F, Zhijuan Y, et al. Zoonotic Vectorborne Pathogens and Ectoparasites of Dogs and Cats in Eastern and Southeast Asia. Emerg Infect Dis. 2020;26(6):1221-1233. https://doi.org/10.3201/eid2606.191832
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Boehringer Ingelheim Tiergesundheit arbeitet an Innovationen für die Prävention und Behandlung von Tierkrankheiten. Für Tierärzte, Tierhalter, Landwirte und Regierungen bietet das Unternehmen ein umfangreiches und innovatives Portfolio an Impfstoffen, Antiparasitika und Therapeutika für Haustiere, Pferde und Nutztiere an. Als führendes Unternehmen in der Tiergesundheit ist Boehringer Ingelheim davon überzeugt, dass die Gesundheit von Mensch und Tier eng miteinander verbunden ist und strebt danach, einen positiven Beitrag für Mensch, Tier und Gesellschaft zu leisten. Weitere Informationen unter: https://www.boehringer-ingelheim.com/at/de/tiergesundheit
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