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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Donald Trump

Bielefeld (ots) - Die Enthüllungen über Paul Manaforts Verwicklungen mit der gestürzten pro-russischen Regierung in der Ukraine werfen ein Schlaglicht auf Donald Trumps dunkles Beziehungsnetz zu Moskau. Kritiker nennen den Rechtspopulisten bereits unter Anspielung auf Richard Condonds Politthriller (»The Manchurian Candidate«) den »sibirischen Kandidaten«. Eine Zuspitzung gewiss, aber eine, die mehr als einen Funken Wahrheit in sich trägt. Ein Blick auf das Personaltableau in Trumps Wahlkampfteam liefert ein paar erhellende Erkenntnisse. Unabhängig davon, ob Manafort 12,7 Millionen Dollar an Schwarzgeldern von der Partei des korrupten Putin-Freunds Viktor Janukowitsch kassiert hat, stand er von 2004 an ganz offiziell auf der Gehaltsliste des russischen Statthalters in Kiew. Manafort unterhielt auch beste Kontakte zu russischen Oligarchen, die das Rückgrat der Macht Wladimir Putins bilden. Er arbeitete unter anderen mit Rinat Akhmetov, Dmitry Firtash und Oleg Deripaska zusammen. Dann ist da Carter Page, der Trump in außenpolitischen Fragen berät. Der Investmentbanker hat beste Kontakte zu Gazprom und gilt als ausgesprochener Putin-Freund. Der dritte im Bunde ist der pensionierte Generalleutnant Michael Flynn, der Trump sicherheitspolitisch berät. Flynn saß im vergangenen Jahr beim zehnjährigen Jubiläum des russischen Propaganda-Senders »RT« zwei Plätze neben Putin und hielt bei der Gala in Moskau eine gut bezahlte Rede. Trump selber pflegt seit den 80er Jahren Geschäftsbeziehungen mit Russland, die dem Magnaten Geldquellen erschlossen, als amerikanische Banken ihm keine Kredite mehr gaben. 2013 reiste Trump nach Moskau, um in der von Putin-Freund Aras Agalarov gebauten »Crocus City Hall«, der Premiere der russischen Ausgabe von »Miss Universe« beiwohnte, für die Trump die Rechte hält. So bedenklich die Geschäftskontakte in die undurchsichtige Welt der Oligarchen für sich genommen sind, so alarmierend müssen die politischen Anbiederungen Trumps an Putin sein. Er stellt den Nato-Beistand für Russlands Nachbarn in Frage, denkt laut über die Anerkennung der Annexion der Krim nach, bewundert den autokratischen Stil des Präsidenten, fordert Russland auf, Hillary Clintons E-Mails zu hacken, und sorgt auf dem Parteitag der Republikaner klammheimlich dafür, eine Passage aus dem Parteiprogramm zu streichen, in der es um Waffenhilfe für die Ukraine ging. Dass Trump ein »sibirischer Kandidat« ist, gehört zu den Übertreibungen des Wahlkampfs. Als nützlicher Idiot Putins geht der Dank seines Narzissmus leicht manipulierbare Spitzenkandidat allemal durch. Ein Grund mehr, warum seine Wahl ins Weiße Haus mehr als bedenklich wäre.

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