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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Kampeters Wechsel

Bielefeld (ots) - Immer dann, wenn ein Politiker einen Job in der Wirtschaft annimmt, beginnt das große Naserümpfen: Da vergoldet doch mal wieder jemand seine Beziehungen! Es gab Fälle, da war das Naserümpfen sicherlich angebracht - etwa beim ehemaligen Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU), der 2013 im Turbotempo vom Kanzleramt zum Daimler-Konzern wechselte, was sogar den Staatsanwalt auf den Plan rief. Doch die Politik hat erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Nach langem Zögern hat die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Sperrfristen vorsieht und wundersame Blitzkarrieren verhindert.

Steffen Kampeter betreibt seinen Wechsel zur Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände jedenfalls mit Anstand. Die Sperrfrist, obwohl noch gar nicht in Kraft, will er freiwillig einhalten. Um die Stelle beim Arbeitgeberverband hat er sich selbst beworben. Und mit 52 Jahren ist Kampeter jung genug, um im Job noch einmal durchzustarten. Natürlich wird der künftige Arbeitgeber-Lobbyist von seinen Kontakten und Erfahrungen in der Politik profitieren. Das zu verhindern, käme einem vollständigen Berufsverbot für Ex-Politiker gleich. Ob der Demokratie damit gedient wäre, ist mehr als fraglich.

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