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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Thomas Middelhoff

Bielefeld (ots) - Welch eine Karriere: Thomas Middelhoff, genannt »Big T.«, einstmaliger Zampano der Medienwelt und Großfinanz - ein Häftling. Häme ist unangebracht, Mitleid ebenfalls. »Ich fühle mich in meiner Würde und Ehre verletzt«: Middelhoffs Schlusswort im Untreueprozess offenbart, wie sehr sich der Manager von gewöhnlichen Maßstäben entfernt hat. Als selbsternannter Karstadt-Retter, der er in Wirklichkeit ja nicht einmal war, gestattete sich Middelhoff Freiheiten, die unter gewöhnlichen Menschen als justiziabel gelten. Wer Hubschrauber ordert wie andere Leute Taxis, der ist abgehoben bis zum Größenwahn. Das Landgericht Essen hat Middelhoff auf den Boden zurückgeholt. Drei Jahre Haft - ein hartes Urteil, das zugleich richtungweisend ist: Die Justiz gewährt Weiße-Kragen-Tätern keinen Bonus mehr. Thomas Middelhoff ist zur tragischen Figur geworden. Auf sein Vermögen hat er keinen Zugriff mehr. Um wenigstens noch Teile zu retten, bleibt ihm im Streit mit seinem ehemaligen Vermögensverwalter nur noch die Hoffnung auf eben jene Justiz, von der er sich gerade so gedemütigt fühlt.

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