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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Erdogans Auftritt in Köln

Bielefeld (ots) - Es ist der falsche Ansatz, den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan ausladen oder seine Rede in Köln verhindern zu wollen. Solche Reflexe mögen verständlich sein, gerade angesichts seines zuletzt zur Schau gestellten Verständnisses von Demokratie und Bürgerrechten.

Wer in seinem Herrschaftsraum soziale Netzwerke wie Twitter abschalten und trauernde Angehörige von verschütteten Bergleuten wie Dreck behandeln lässt, der sollte Gelegenheit bekommen, hier eine Rede zu halten - vor seinen Landsleuten, die ihm zujubeln, und denen, die ihn ablehnen. Dass am Samstag vor dem Kölner Stadion mehr als 10 000 Menschen gegen Erdogan und seine Politik demonstrieren wollen, muss der türkische Regierungschef ebenso aushalten wie die deutsche Gesellschaft seinen Besuch. Erdogan soll hören und sehen, dass die freie Meinungsäußerung zu einem Rechtsstaat gehört.

Sein Auftritt hat durchaus Wirkung auf die deutsche Innenpolitik. Denn er gibt einen Vorgeschmack auf die Folgen der geplanten doppelten Staatsbürgerschaft: regelmäßigen ausländischen Wahlkampf mitten in Deutschland.

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