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Westfalen-Blatt: zum Thema Irak

Bielefeld (ots) - So klar hat ein Regierungschef selten sein Scheitern erklärt. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat die Einwohner von Falludscha aufgefordert, die El-Kaida-Terroristen aus der Stadt selbst zu verjagen. Das zeigt, wie begrenzt die Macht der Regierenden im Zweistromland ist.

Vor fast zehn Jahren endete formell die Besatzung der Amerikaner - doch die Kontrolle haben Stämme und Relgionsgruppen übernommen, nie das Volk. Im Norden haben die Kurden das Sagen, im Rest des Landes meistens die Schiiten. Nur die Sunniten, die unter Diktator Saddam Hussein die führenden Posten besetzt hatten, sind von der politischen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen.

Das ist das größte Versäumnis aller bisherigen irakischen Regierungen in der Zeit nach Hussein. Die Diktatur eines Einzelnen und dessen Familie wurde abgelöst von der Diktatur einer Religionsgruppe über alle anderen.

Das zeigt den USA, was passiert, wenn sie während der Besatzungszeit die Weichen falsch stellen. Ähnliches droht in Afghanistan, wenn in einem Jahr die Nato das Land verlässt.

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