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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Winnenden-Urteil

Bielefeld (ots) - Eines stand schon vor dem Urteil gegen den Vater des Amokläufers von Winnenden fest: Es würde nicht für Gerechtigkeit sorgen. Denn es kann niemals im Verhältnis zu den Wunden stehen, die die Ereignisse des 11. März 2009 bei vielen Familien hinterlassen haben. Und somit ist das Urteil vorrangig als ein klares Zeichen in Richtung aller Waffenbesitzer zu werten. Denn der Angeklagte ist keineswegs nur wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zur Bewährung verurteilt worden, sondern auch wegen fahrlässiger Tötung. Man muss also nicht selbst die Waffe in die Hand genommen oder den Täter angestiftet haben, um schuldig gesprochen zu werden. Ganz von den Schuldgefühlen abgesehen, die diesen Mann lebenslänglich strafen. Wer auf eine Gefängnisstrafe gehofft hatte, sollte nicht vergessen, dass die Strafe, mit dieser Schuld leben zu müssen und gesellschaftlich isoliert zu sein, weit schlimmer sein kann als Gefängnismauern. Das Urteil erhöht die Chancen der Hinterbliebenen auf Schmerzensgeld und Schadenersatz. Ein Schlag ins Gesicht ist es allerdings, dass der Vater von Tim K. das Urteil anfechten will. Darauf sollte er schon aus Respekt vor den Opfern verzichten.

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