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Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Organspende

Bielefeld (ots) - Jede Diskussion über Organspende tut Deutschland gut, denn dieses Land braucht mehr Spender. Auch dass der Bundestag über eine Entscheidungslösung ohne Fraktionszwang abstimmen will, zeigt, dass die ethische Brisanz dieser Debatte Vorrang vor parteipolitischen Eitelkeiten hat. Wenn sich jeder zu Lebzeiten für oder gegen Organspende entscheiden müsste, würde das Thema sogar an Brisanz verlieren. Weil es selbstverständlicher wäre, sich damit auseinanderzusetzen. Genauso, wie die Augenfarbe im Personalausweis vermerkt ist, könnte auch ein »Ja« oder »Nein« zur Organspende dort festgehalten werden. Ein neues Gesetz müsste aber das Recht enthalten, die Entscheidung zu ändern - in die eine oder die andere Richtung. Doch Volker Kauders Vorschlag birgt auch Probleme. Wenn man sich zu Lebzeiten nicht entscheiden kann, sollen das die Angehörigen tun. Und wer will ihnen das nach dem Tod eines geliebten Menschen zumuten? Es muss eine Pflicht zur Entscheidung geben, sonst bleibt das Thema in der medizinischen Praxis genauso schwierig wie heute.

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