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Westfalen-Blatt

Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) kommentiert:

Bielefeld (ots)

Das Signal führender Ökonomen ist klar: Macht
die Politik so weiter wie bisher, droht Stillstand. Dabei läuft die 
deutsche Wirtschaft zum Erstaunen vieler Experten und zur Freude der 
Bürger bisher immer noch rund. Trotz Finanzkrise. Trotz des starken 
Euro. Trotz der hohen Energie- und Rohstoffkosten. Das Erfreulichste 
aber ist: Der Bürger soll vom Aufschwung schon bald profitieren.
Natürlich setzt der starke Euro Unternehmen, die ihre Produkte in die
USA verkaufen wollen, unter Druck. Innerhalb des Euroraumes 
allerdings spielt die Kursentwicklung zum Dollar keine Rolle. Vor 
allem die deutsche Wirtschaft zehrt davon. In ihrem 
Frühjahrsgutachten gehen die Wirtschaftsinstitute daher auch davon 
aus, dass der Aufschwung weiterhin kräftig genug ist, um neue 
Arbeitsplätze zu schaffen. Bereits im kommenden Jahr soll die Zahl 
der Arbeitslosen unter die Schwelle von drei Millionen sinken. 
Bedenkt man, dass vor fünf, sechs Jahren fast fünf Millionen Menschen
ohne Job waren, ist diese Entwicklung ein Erfolg, der neben der 
Lohnzurückhaltung vor allem auf die Reformen der früheren rot-grünen 
Bundesregierung mit ihrer Agenda 2010 basiert.
Allerdings tut die derzeitige Große Koalition zu wenig dafür, die 
Aufschwungphase weiter zu befeuern. Angesichts sprudelnder 
Steuereinnahmen könnte etwa eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten
gerade die mittelständischen Firmen dazu bewegen, noch mehr neue Jobs
zu schaffen.
Stattdessen versucht die Regierung durch Milliardengeschenke die 
Bürger auf den Wahlkampf 2009 einzustimmen. Die peinliche, weil 
magere Rentenerhöhung etwa war ein Akt des guten Willens. Mehr nicht.
Der einzelne Rentner hat von fünf oder sechs Euro pro Monat mehr im 
Portemonnaie nichts. Die Ausgaben des Staates verpuffen. Es ist der 
falsche Ansatz für mehr Wachstum.
Das sieht auch Bundespräsident Horst Köhler so, der versucht, die 
Regierung mit der Forderung nach einer Agenda 2020 zurück auf den 
Reformkurs und weg von Wahlgeschenken zu bringen. Viel dringlicher 
sind massive Investitionen in mehr Forschung und eine bessere 
Bildung. Für ein Hochtechnologieland wie Deutschland ist es schlicht 
beschämend, wenn Jahr für Jahr Tausende Jugendliche keine Lehrstelle 
antreten können, weil sie kaum rechnen und schreiben können. Bildung 
und Forschung - darin liegt die Zukunft.
Näher ist uns die Gegenwart. Hier klagen die Bürger zu Recht über 
steigende Lebenshaltungskosten. Im März stiegen die Verbraucherpreise
um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 2007 hat die 
Inflation die Lohnerhöhungen aufgefressen.
Das wird sich nach Berechnungen der Wirtschaftsforscher ändern. Sie 
sagen für 2009 eine Inflationsrate von nur noch 1,8 Prozent voraus. 
Gleichzeitig werden immer mehr Arbeitnehmer in den Genuss von Lohn- 
und Gehaltssteigerungen kommen. Dann endlich werden die Verbraucher 
mehr Geld in der Tasche haben - Geld für den privaten Konsum. Der 
Einzelhandel wartet darauf schon seit Jahren.

Pressekontakt:

Westfalen-Blatt
Nachrichtenleiter
Andreas Kolesch
Telefon: 0521 - 585261

Original-Content von: Westfalen-Blatt, übermittelt durch news aktuell

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