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Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zum Fall des entlassenen Mörders der elfjährigen Jennifer G.

    Bielefeld (ots) - Zehn Jahre Haft und danach ein Leben unter der Sonne Spaniens - kein typischer Strafvollzug für einen rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder eines Kindes. Auch wenn bei der vorzeitigen Freilassung des 35-jährigen Täters im Fall Jennifer alles nach den Buchstaben des Gesetzes abgelaufen ist, haftet dieser Entwicklung ein ganz bitterer Beigeschmack an. Denn unter moralischen Gesichtspunkten ist diese Entscheidung schwer nachzuvollziehen. Während deutsche Straftäter mindestens 15 Jahre hätten einsitzen müssen, hat der Sohn spanischer Eltern die Freiheit nach einer bestialischen Tat schon fünf Jahre früher zurückerlangt. Lebenslänglich nicht nach Deutschland zurückkehren zu dürfen, ist als Preis dafür in der neuen Heimat im Süden Europas sicherlich zu verschmerzen. Täterinteressen genießen in einem Fall wie diesem offenbar einen hohen Stellenwert. Für die Opfer und Hinterbliebenen ist kaum Platz in diesem System. Anspruch auf Information hätten sie ohnehin nur, wenn sie einen Antrag stellen. Das wissen die wenigsten. Dabei ist eines eindeutig: Das Rechtsempfinden vieler Bürger leidet unter Entscheidungen wie dieser vorzeitigen Freilassung eines Kindermörders.

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