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Deutscher Bauernverband (DBV)

Wirtschaftliche Stimmung der Landwirtschaft noch in der Talsohle - Zukunftserwartungen fallen aber wieder besser aus

Berlin (ots)

(DBV) Das wirtschaftliche Klima in der
Landwirtschaft ist nach wie vor schlecht. Mit 4,3 Punk¬ten verharrte 
der Index im Juni/Juli 2009 in etwa auf dem niedrigen Stand von 
März/April (4,1 Punkte). Dies geht aus dem jüngsten 
Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernver¬bandes (DBV) 
hervor. Deutlich verschlechtert hat sich die aktuelle wirtschaftliche
Einschät¬zung, dagegen sind die Erwartungen an die zukünftige 
wirtschaftliche Entwicklung in zwei bis drei Jahren wieder 
zuversichtlicher.
Das aktuelle Konjunkturbarometer Agrar von Juni/Juli 2009 hat sich
gegenüber dem I. Quartal 2009 kaum verändert. Der Index liegt bei 4,3
Punkten, das ist eine Verbesserung von nur
0,2 Punkten gegenüber vor drei Monaten. Das Barometer umfasst die 
Einschätzungen der Bauern über die aktuelle und die zukünftige 
wirtschaftliche Situation in zwei bis drei Jahren. Es bildet damit 
die wirtschaftliche Stimmungslage in der Landwirtschaft ab. Die 
aktuelle wirtschaftliche Lage wird deutlich schlechter eingeschätzt 
als im Frühjahr 2009, dagegen haben sich die Erwartungen an die 
wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten zwei bis drei Jahren 
verbessert.
In der aktuellen wirtschaftlichen Einschätzung im Sommer 2009 gibt
es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Betriebsformen. Die
Milchbauern bewerten ihre aktuelle Situa¬tion aufgrund der 
Preisentwicklung besonders negativ. Dagegen beurteilen Ackerbauern 
und Schweinehalter ihre aktuelle Situation deutlich positiver. Als 
Gründe für die Verschlechterung ihrer Lage nennen die Landwirte neben
der Erzeugerpreisentwicklung bei Milch und Rindern vor allem höhere 
Kosten für Energie und Futtermittel sowie höhere Zinsaufwendungen. 
Die Erwartungen in die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden 2
bis 3 Jahren fallen merklich positiver aus als im Frühjahr 2009, 
besonders bei den Milchviehhaltern. Absolut gesehen unterscheiden 
sich die Erwartungshorizonte zwischen den Betriebsformen nur wenig.
Weniger Landwirte als im Vorjahreszeitraum beabsichtigen in den 
kommenden sechs Monaten zu investieren, doch erhöhten sich die 
beabsichtigten Investitionen. Das Investitionsvolumen beträgt für die
kommenden 6 Monate 6,3 Milliarden Euro. Das ist eine deutliche 
Steigerung gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert von 4,9 
Milliarden Euro. Gut 37 Prozent der Landwirte wollen in den nächsten 
sechs Monaten investieren, gegenüber 40 Prozent vor einem Jahr. Dabei
ist vor allem die Investitionsneigung in Maschinen und Hoftechnik 
rückläu¬fig, während im Bereich der Erneuerbaren Energien die 
Landwirte deutlich mehr Investitionen planen. 10,5 Prozent der 
befragten Landwirte planen hier Investitionen, vor einem Jahr waren 
es noch entsprechend 5,2 Prozent. Bei diesen Investitionen handelt es
sich vornehmlich um Investitionen in Photovoltaik. Das für die 
nächsten 6 Monate geplante Investitionsvolumen bei Erneuerbaren 
Energien liegt bei geschätzten 3,1 Milliarden Euro (entsprechender 
Vorjahres¬wert 1,7 Milliarden Euro). Auch bei Wirtschaftsgebäuden 
steigt das Investitionsvolumen deutlich an, und zwar von 1,5 auf 2,1 
Milliarden Euro.
24 Prozent der befragten Betriebsleiter betrachten die Liquidität 
ihrer Betriebe als angespannt, 8 Prozent sogar als sehr angespannt. 
Die meisten von ihnen sind in dieser Situation auf zinsgünstige 
Liquiditätsdarlehn angewiesen. Jedenfalls geben 19 Prozent der 
Betriebsleiter an, in den nächsten 6 Monaten sicher bzw. ziemlich 
sicher auf Liquiditätshilfe¬darlehn angewiesen zu sein. Besonders 
kritisch ist die Liquiditätslage in vielen Betrieben in 
Ostdeutschland. Hier sehen 47 Prozent der befragten Betriebsleiter 
Liquiditätsprobleme, 28 Prozent wollen in den nächsten 6 Monaten ein 
Liquiditätsdarlehn aufnehmen. Unter den einzelnen Betriebsformen 
haben die Milchviehbetriebe die größten Liquiditätsprobleme. 29 
Prozent sprechen hier von einer angespannten Liquidität, 23 Prozent 
geben an, auf ein Liquiditätsdarlehn in den nächsten sechs Monaten 
angewiesen zu sein.
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird 
vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes 
Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer 
reprä¬sentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Befragungsrunde aus
Juni/Juli befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt 
über 1.000 Landwirte und Lohnunternehmen.
Die detaillierten Auswertungen zum Konjunkturbarometer Agrar 
finden Sie auf unserer Internetseite www.bauernverband.de

Pressekontakt:

Kontakt:
Deutscher Bauernverband
Dr. Michael Lohse
Pressesprecher
Tel.: 030 / 31904 240

Original-Content von: Deutscher Bauernverband (DBV), übermittelt durch news aktuell

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