Deutsche Welthungerhilfe e.V.

9. Bericht zur "Wirklichkeit der Entwicklungshilfe" / Hilfsorganisationen fordern größere Bedeutung der Entwicklungspolitik

    Berlin (ots) - Die Entwicklungspolitik der Bundesregierung ist von
einer tiefen Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität geprägt.
Darauf wiesen heute die Deutsche Welthungerhilfe und terre des hommes
bei der Vorstellung des 9. Berichtes zur "Wirklichkeit der
Entwicklungshilfe" hin.
    
    Nach wie vor kollidieren die Bemühungen des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Politik der
Bundesregierung auf einen entwicklungspolitisch kohärenten Kurs
auszurichten, mit den harten Interessen, die von anderen Ministerien
vertreten werden", stellte Peter Mucke, Geschäftsführer von terre des
hommes fest. Es müsse endlich gelingen, das Spannungsverhältnis
zwischen dem Wunsch nach Haushaltskonsolidierung und
entwicklungspolitischer Notwendigkeit zugunsten der
Entwicklungszusammenarbeit aufzulösen.
    
    Die beiden entwicklungspolitischen Hilfswerke kritisierten
insbesondere, dass auch die Bundesregierung der Verantwortung, die
sie auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 übernommen hat, nicht
ausreichend nachkommt. Die in der Bundesrepuplik für
Entwicklungshilfe zur Verfügung stehenden Mittel seien nach wie vor
zu gering. Deutschland hat im vergangenen Jahr 0,27 Prozent des
Bruttosozialprodukts für Entwicklungshilfe bereitgestellt und liegt
damit unter dem EU Durchschnitt, der bei 0,33 Prozent lag. Auch in
Relation zum Gesamthaushalt ist mittelfristig ein Abwärtstrend für
Ausgaben der Entwicklungshilfe zu befürchten, stellten die Hilfswerke
fest.
    
    Dr. Volker Hausmann, Generalsekretär der Deutschen
Welthungerhilfe, erinnerte daran, dass Armut zuallererst ein
ländliches Problem sei. Von den 1,2 Milliarden Menschen, die in
absoluter Armut leben, fristen mehr als 60 Prozent ihr Dasein als
Landlose, Tagelöhner oder Kleinbauer auf dem Land. Vor diesem
Hintergrund sei es besonders bedauernswert, dass die Hilfe für die
Landwirtschaft als Haupteinkommensquelle der ländlichen Bevölkerung
in den letzten zehn Jahren um zwei Drittel zurückgegangen ist.
Hausmann kritisierte, dass alle bisherigen UN-Konferenzen ohne
verlässliche und mit einem Zeitplan versehene
Finanzierungsmechanismen zu Ende gegangen sind und forderte klare
Verbindlichkeiten für zukünftige Konferenzen.
    
    
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