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Neue Westfälische (Bielefeld): Zahl der Wohnungslosen stark gestiegen Gesellschaftliche Aufgabe Lena Henning

Bielefeld (ots) - Die Zahl ist besorgniserregend: 2.773 Menschen in OWL galten 2016 als wohnungslos. Das bedeutet zwar nicht, dass diese Menschen alle unter Brücken schlafen. Aber sie leben in unsicheren Lebensumständen, die unzumutbar und eines Sozialstaates unwürdig sind. Die wesentliche Ursache - der Mangel an kleinen, günstigen Wohnungen - muss behoben werden. Dass die Zahl der Baugenehmigungen gesunken ist, verschärft das Problem. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergeht viel Zeit. Nicht nur, weil Verwaltungen lange brauchen. Eine Ursache ist auch der Egoismus derjenigen, die nicht wollen, dass ein Neubau nebenan ihnen die schöne Aussicht verbaut, und die sich mit allen rechtlichen Mitteln wehren. Auch die Kommunen tragen Verantwortung. Oft haben sie in der Vergangenheit Wohnungsgesellschaften privatisiert, um kurzfristig das eigene Haushaltsdefizit zu verbessern. Private Investoren sollten es richten. Aber die wollen Gewinn machen - sie bauen nur Wohnungen, die sie teuer vermieten können. Vermieter wählen Mieter, von denen sie glauben, dass sie die Miete pünktlich bezahlen. Menschen, die etwa wegen Mietschulden ihre Wohnung verloren haben, finden auch deshalb nur schwer eine neue Bleibe. Auch Geringverdiener, Alleinerziehende, Flüchtlinge und Studenten sind betroffen. Der Staat ist jetzt gefordert, alle denkbaren Steuerungsinstrumente einzusetzen: vom sozialen Wohnungsbau bis zur Mietpreisbremse. Daran, wie sich die Situation entwickelt, wird sich auch eine Jamaika-Koalition messen lassen müssen.

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