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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Zusammenrücken von USA und Iran Politik und Moral BERNHARD HÄNEL

Bielefeld (ots) - So schnell können sich Feindbilder ändern. Noch gestern schmähte der Iran die USA als "Großen Satan" und Urheber fast aller Krisen in seiner weiteren Nachbarschaft. Die USA wiederum sahen den von Klerikern regierten Iran als "Reich des Bösen" an, der wesentlich die Spannungen im Nahen Osten schüre und den Terrorismus fördere. Quasi über Nacht entdeckten die Intimfeinde gemeinsame Interessen, als sie die sunnitischen Steinzeit-Islamisten als gemeinsame Bedrohung ausmachten. Das ist kaum verwunderlich, denn bisweilen gehen Politik und Moral nicht miteinander; zumal wenn man einen gemeinsamen Feind ausgemacht hat, den allein zu bekämpfen man sich nicht zutraut. Angesichts der menschenverachtenden Ideologie der Isis-Kämpfer heiligt der Zweck nahezu jedes Mittel. Diese Truppe muss aufgehalten werden. Danach aber müssen die USA ihre Nahostpolitik überdenken. Sie tragen ein gerütteltes Maß an Schuld am Erstarken des Terrorismus im Irak und Syrien. Nachdenken muss auch Berlin über seine Waffenexporte an die Saudis, den Hauptfinanzier des islamistischen Terrorismus.

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