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Neue Westfälische (Bielefeld): KOMMENTAR Frankreich greift in Zentralfrika ein Afrikas Gendarm PETER HEUSCH, PARIS

Bielefeld (ots) - Sicher hätte sich Hollande mehr Unterstützung als die Zusage logistischer sowie finanzieller Hilfe einiger Verbündeter für seine Intervention in Zentralafrika gewünscht. Aber nachgehangen hat man dieser Illusion in Paris nicht. Dass Frankreich den Gendarmen Afrikas spielt, passt seinen kriegsmüden Alliierten genau wie bei der Intervention in Mali nur allzu gut in den Kram.  Es stimmt: Frankreich hat in der Vergangenheit immer wieder die Verhältnisse in seinen ehemaligen Kolonien nach eigenen Vorstellungen und wirtschaftlichen Interessen mit der Waffe geordnet. Schon deswegen wird auch diesmal der Vorwurf des Neokolonialismus wieder laut werden. Unberechtigt ist er trotzdem. Seit langem bereits versucht Paris, die Rolle der Schutzmacht gegen Vorzugspartnerschaften einzutauschen. Wobei die Geschichte unsere Nachbarn auch deswegen beständig einholt, weil sie mehr Verantwortungsgefühle für die Zustände in Afrika an den Tag legen als andere.  Die militärischen Risiken des Eingreifens in der Zentralafrikanischen Republik mögen überschaubar sein, da die Séléka-Banditen keineswegs mit kampferprobten Dschihad-Kriegern zu verwechseln sind. Die politischen Risiken hingegen sind beträchtlich. Für mehr Sicherheit kann Frankreich zwar fraglos sorgen, für dauerhaft friedliche und gar demokratische Verhältnisse aber kaum. Fest steht hingegen, dass sich die Franzosen neue Feinde machen: nicht als Gendarm Afrikas, sondern als Zielscheibe des Hasses der Islamisten.

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