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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Drohender Ärztemangel Mehr Wertschätzung für knappes Gut PETER STUCKHARD

Bielefeld (ots) - An der Statistik, die Ärztechef Theodor Windhorst präsentiert hat, ist nichts zu deuteln: Ohne einen gehörigen Schub an Nachwuchs wird es in der Region bald weniger Ärzte geben. Ob es irgendwann zu wenige sein werden, steht dahin. Der Volksgesundheit müsste das nicht unbedingt abträglich sein. Anfang der 90er Jahre stellte man fest: Je mehr Ärzte sich niederließen, desto kränker wurde die Bevölkerung. Jedenfalls stieg mit ihrer Zahl die Nachfrage nach medizinischen Leistungen. Noch heute sind die Deutschen bei der Zahl der Patienten-Arzt-Kontakte pro Jahr die Weltmeister. Das gesündeste Volk der Welt sind wir darob aber nicht. Man könnte dem Gedanken an weniger Ärzte sogar positive Seiten abgewinnen: Der große Honorarkuchen, den sich alle niedergelassenen Ärzte teilen müssen, hätte für jeden einzelnen größere Stücke. Die ärztliche Leistung würde als knapperes Gut wieder mehr Wertschätzung erfahren, manches spricht dafür, dass die Nachfrage insgesamt sinken würde. Vielleicht würden sogar Mittel für Vorbeugung und Aufklärung frei, um die vom Ärztechef zu Recht gefürchtete Zunahme der Volkskrankheiten zu verringern. Nur wo die Versorgung wirklich knapp würde, müssten eben sehr deutliche Leistungsanreize gesetzt werden. Zum Beispiel für Landärzte oder im Krankenhaus.

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