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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Gottschalks Rücktritt als "Wetten, dass . . .?"-Moderator Neues wagen STEFAN BRAMS

Bielefeld (ots) - Hut ab vor Thomas Gottschalk. Bereits nach dem schweren Unfall seines Wettkandidaten vor zwei Monaten fand der sonst so flapsige Moderator nicht nur den richtigen Ton, sondern er tat auch das einzig Richtige - Abbruch der Sendung, "Schluss mit lustig", wie er das ausdrückte. Und auch jetzt fand der Kalauer- und Zotenkünstler wiederum nicht nur die richtigen Worte, sondern zog auch die einzig richtige Konsequenz: Rücktritt nach 24 Jahren "Wetten, dass . . .?". Ein Akt der Befreiung nicht nur für den Moderator, sondern auch für den Sender. Denn der Rücktritt kommt auch aus einem anderen Grund zur rechten Zeit. Schon seit längerem schwächelt die letzte große Familiensendung des deutschen Fernsehens. Die Quoten blieben immer öfter hinter den Erwartungen zurück, und der Moderator zündete oft genauso wenig wie seine Gäste. Gottschalks Rückzug eröffnet somit die Chance auf einen Neuanfang am Samstagabend. Der wird aber nicht gelingen, indem nur ein neuer Moderator gesucht und ein wenig am Konzept gefeilt wird. "Wetten, dass . . .?" ist ohne Gottschalk Geschichte. Neues wagen heißt der Weg.

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