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Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Rente mit 67 Lösungen von gestern WOLFGANG MULKE, BERLIN

Bielefeld (ots) - Die Rente mit 67 ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge. Deshalb kann sich DGB-Chef Michael Sommer der Zustimmung vieler Arbeitnehmer gewiss sein, wenn er das bisherige Renteneintrittsalter beibehalten will. Die Gewerkschaften wollen Arbeitnehmern und Arbeitgebern lieber höhere Beiträge zur Rentenkasse auferlegen und die zusätzlichen Ausgaben für die Renten damit finanzieren. Sommers Anliegen ist redlich. Er will die durch die Rente mit 67 drohende Kürzung der Ruhegelder für viele schwer arbeitenden Beschäftigten verhindern. Bei der Rechnung macht er es sich aber zu einfach. Die Rente mit 67 wurde nicht aus Jux oder purer Bosheit eingeführt. Vielmehr sollen die Altersgelder auch in Zukunft für die arbeitenden Generationen bezahlbar bleiben. Wenn die Menschen immer älter werden und entsprechend länger auch Rente beziehen, ist dieser Schritt vernünftig. Das Problem wachsender Altersarmut steht auf einem anderen Blatt. Dazu tragen Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit oder hohe Abzüge bei einer zu frühen Verrentung bei. Genau das sind auch die richtigen Ansatzpunkte, wenn für alle am Ende des Berufslebens eine akzeptable Altersversorgung herauskommen soll. Eine Anhebung der Beitragssätze wäre für die jetzt Beschäftigten ungerecht. Sie müssen jetzt schon für die noch hohen Renten der heutigen Alten aufkommen und gleichzeitig privat vorsorgen, bekommen aber später viel niedrigere Bezüge. Es wird auch höchste Zeit, Strategien gegen Altersarmut zu entwickeln. Doch mit den Lösungen von gestern lassen sich die Probleme von morgen nicht lösen.

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