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Neue Westfälische (Bielefeld): Imam-Ausbildung Eine Hoffnung ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots) - Imame und islamische Religionslehrer, die hierzulande wirken, müssen auch in Deutschland ausgebildet werden. Das hört sich wie eine Binsenwahrheit an. Aber wie so oft hat sich die Politik um die Wirklichkeit zu spät gekümmert. Immer noch gibt es radikale Imame, die islamistischen Fundamentalismus verbreiten. Deshalb ist es zu begrüßen, dass islamische Religionsvermittler künftig nicht in der Türkei oder in Saudi-Arabien, sondern an deutschen Universitäten ausgebildet werden sollen. Bildungsministerin Annette Schavan hofft, dass der universitäre Diskurs zur weiteren Öffnung des Islams beiträgt. Es wäre großartig, wenn sich die Erwartung erfüllte und auch gläubige Familien noch stärker den Weg in die deutsche Gesellschaft fänden. Ein klein wenig Skepsis bleibt angebracht. Kürzlich fand es etwa ein Islamwissenschaftler an der Universität Erlangen völlig normal, in Deutschland auch das islamische Recht, die Scharia, anzuwenden. Die Scharia besagt nicht nur, dass das religiöse Recht Vorrang vor dem weltlichen genießt. Sie schränkt auch die Handlungfreiheit von Frauen erheblich ein. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat mehrmals klargestellt, dass die Scharia mit den Prinzipien der Demokratie unvereinbar ist. Hoffentlich steht das auch in den Lehrplänen.

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