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Neue Westfälische: Neue Westfälische, Bielefeld: KOMMENTAR Erika Steinbach Stehvermögen ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

    Bielefeld (ots) - Politisch muss man nicht mit Deutschlands berühmtester Vertriebenen sympathisieren. Doch Respekt hat Erika Steinbach allemal verdient. In Sachen Gedenkstätte hat sie ein erstaunliches Stehvermögen bewiesen. Dass ihr der Sprung in den Stiftungsrat nicht gelang, mag für sie schmerzlich sein. Politisch ist es trotzdem richtig. Für die deutsch-polnische Versöhnung wäre sie ein Hindernis gewesen, denn die Chefin des BdV ist und bleibt für den östlichen Nachbarn nun mal eine Reizfigur. Doch trotzdem hat Steinbach für ihren Verband viel erreicht. Mit Hilfe der CSU hat sie die Kanzlerin geschickt unter Druck gesetzt. Die machte zum Schluss große Zugeständnisse. Über den erzielten Kompromiss darf sich die Kanzlerin vor allem deshalb freuen, weil sie nun eine Baustelle weniger hat. Doch als strahlende Sieger gehen weder sie noch Außenminister Guido Westerwelle aus der Sache heraus. Dazu dauerte das teilweise unwürdige Gerangel zu lange. Nun haben die Vertriebenen für ihr Museum eine Menge mehr Einfluss, mehr Geld und mehr Platz. Da kann man nur inständig hoffen, dass Erika Steinbachs jüngste Worte tatsächlich ernst gemeint sind: Die Stiftung soll dem Miteinander und der Versöhnung in Europa dienen. Daran wird die künftige Ausstellung zu messen sein.

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