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Neue Westfälische: KOMMENTAR Gewalttätige Attacken beim Fußball Feindbild Polizei PETER JANSEN, DÜSSELDORF

    Bielefeld (ots) - Man hat sich an Nachrichten über Krawalle bei Fußballspielen schon fast so gewöhnt wie an Meldungen über Staus auf der Autobahn und Verspätungen bei der Bahn. Wenn leidenschaftliches Mifiebern, Enttäuschung und Alkohol zusammenkommen, dann fliegen schnell mal die Fäuste, das ist vor und in den Fußballstadien kaum anders als bei Volksfesten, auf Kirmesplätzen oder im Karneval. Doch die Beamten aus den Einsatzhundertschaften, die Woche für Woche für Sicherheit bei Spielen von der Bundesliga bis zur NRW-Liga sorgen müssen, berichten über beunruhigende Entwicklungen, die weit über Raufereien zwischen rivalisierenden Fans hinausgehen. Ausgerechnet die Polizeibeamten sind von einer randalierenden Minderheit unter den Fans als Feindbild entdeckt worden. Immer häufiger richten sich ihre Angriffe direkt gegen die Beamten, die zu ihrem Schutz eingesetzt sind, immer brutaler werden die Attacken. Dass Beamte von solchen Einsätzen regelmäßig mit vollgespuckten Uniformen heimkehren, zeigt, wie verächtlich diese Fans die Polizei betrachten und behandeln. Gegen diese radikale brutale Minderheit unter den in ihrer übergroßen Mehrheit friedlichen Fußballfans muss entschlossen vorgegangen werden. Sie gefährden Gesundheit und Leben von Polizisten, sie bringen eine ganze Sportart und deren Anhänger in Misskredit. Es macht deshalb durchaus Sinn, Gewaltakte gegen Polizeibeamte im Dienst härter zu bestrafen als Schlägereien unter verfeindeten Fangruppen. Damit die damit verbundene Abschreckung auch wirkt, muss die Strafe möglichst unverzüglich verhängt werden. Dass Richter und Staatsanwälte künftig zu jedem riskanten Spiel abgestellt werden, wie die GdP es verlangte, ist unrealistisch. Dass aber Urteile schon in der folgenden Woche gefällt werden, ist durchaus möglich und sinnvoll.

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