Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische: KOMMENTAR An NRW-Schulen fehlen Tausende von Lehrern Geschönte Statistik PETER JANSEN,DÜSSELDORF

    Bielefeld (ots) - Mit dem Versprechen, den Ausfall von damals fünf Millionen Unterrichtsstunden zu halbieren und und neue Lehrer einzustellen haben Jürgen Rüttgers und die CDU vor vier Jahren die Landtagswahlen gewonnen. Jetzt fallen dem Ministerpräsident und seiner Regierung die damaligen Versprechungen und die seit ihrer Amtsübernahme auf Hochglanz polierten Statistiken über neue Lehrerstellen vor die Füße. Die vom Schulministerium präsentierten Zahlen belegen, was viele Eltern, viele Schüler tagtäglich erleben: es fällt weit mehr Unterricht aus, es fehlen weit mehr Lehrer als man nach den ständigen Erfolgsmeldungen der letzten Jahre erwarten konnte. An den Zahlen ist nichts herumzudeuteln. Für jede öffentliche Schule in 21 Kreisen und 17 Städten wurde ermittelt, wie viel Lehrerstellen ihr zustehen, wie viele davon tatsächlich besetzt sind und in wie viel Klassen mehr als 30 Schüler sitzen. Der Rest ist reine Rechenarbeit: Wenn an den bisher untersuchten 4.643 Schulen insgesamt 4.121 Lehrer fehlen, dann fallen allein aufgrund des Lehrermangels weit über vier Millionen Unterrichtsstunden aus. Die Landesregierung hält sich zurecht zugute, dass sie seit 2006 tausende neuer Lehrerstellen geschaffen hat. Aber Stellen stehen zunächst nur auf dem Papier und nicht vor den Klassen und erteilen Unterricht. Offensichtlich sind viel zu viele Stellen nicht besetzt und offensichtlich ist durch den Ausbau des Ganztagsunterrichts, durch neue Fächer wie Englisch in der Grundschule und durch die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur der Bedarf an Lehrern größer als der Stellenplan vorsieht. Ein Paradies für Schüler, Lehrer und Eltern kann NRW auf absehbare Zeit nicht werden. Aber die Landesregierung sollte dafür sorgen, zumindest den an den Berufskollegs besonders schlimmen Lehrermangel zu beheben und damit aufhören, ihre Statistiken schön zu färben.

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