Ostsee-Zeitung

Ostsee-Zeitung: Vorabmeldung der OSTSEE-ZEITUNG

Rostock (ots) - Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Hiermit übermitteln wir Ihnen eine Vorabmeldung der Ostsee-Zeitung zur Gleichbehandlung von Opfern sexueller Gewalt in Ost und West, vor allem aus DDR-Kinderheimen.

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SPD-Vize-Vorsitzende Schwesig verlangt Hilfsfonds für alle jugendlichen Opfer sexueller Gewalt/ FDP-Politiker Ahrendt: Missbrauchsopfer aus DDR-Heimen dürften nicht "Opfer zweiter Klasse" sein

Rostock. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) hat eine Gleichbehandlung von jugendlichen Opfern sexueller Gewalt in den alten und neuen Bundesländern verlangt. Sie sprach sich in der Ostsee-Zeitung (Dienstag) für die Einrichtung eines Fonds aus, aus dem etwa Therapien für alle Missbrauchsopfer finanziert werden sollten. Dieser Fonds müsste von jenen Institutionen, etwa den Kirchen, getragen werden, in denen es zu Übergriffen auf Kinder und Jugendlichen gekommen sei. Aber auch der Bund und die Länder müssten sich angemessen beteiligen, verlangte Schwesig. Dieser Fonds müsste zudem auch für jene Opfer offen stehen, die innerhalb der eigenen Familie Opfer sexueller Übergriffe geworden sind, sagte Schwesig.

Der Runde Tisch für misshandelte ehemalige Heimkinder in der Alt-Bundesrepublik hatte sich vor kurzem auf die Einrichtung eines Entschädigungsfonds allerdings nur für Opfer in den alten Ländern verständigt. Auch in der ehemaligen DDR waren Kinder und Jugendliche bis 1989 in geschlossenen Kinderheimen und Jugendwerkhöfen missbraucht und erniedrigt worden. Diese Menschen dürften heute nicht unter den Tisch fallen, meinte Schwesig. In die gleiche Kerbe schlug auch der FDP-Rechtsexperte Christian Ahrendt, der wie Schwesig am Runden Tisch gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern sitzt. Die Opfer aus DDR-Kinderheimen dürften "nicht länger Opfer zweiter Klasse sein", sagte er der Ostsee-Zeitung. "Das Unrecht, das in den DDR-Kinderheimen geschehen ist, muss dringend aufgearbeitet werden", verlangte der FDP-Politiker aus Schwerin, der auch Landeschef der Liberalern in MV ist. Die FDP-Fraktion im Schweriner Landtag habe bereits vor einem Jahr eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe gefordert. Sozialministerin Schwesig habe "allerdings bisher nichts unternommen", gab Ahrendt den schwarzen Peter an die SPD-Politikerin weiter.

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