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Ostsee-Zeitung: Kommentar zur Trauerfeier in Tucson

Rostock (ots) - Amerikas Seele ist vergiftet. Vergiftet durch politische Intoleranz und rabiaten Populismus. Die USA brauchen "Heilung", erklärte denn auch Präsident Barack Obama auf der Trauerfeier für die Opfer des Blutbades von Tucson in Arizona. Auch wenn Amerika gestern innehielt, eine rasche Genesung ist nicht in Sicht. Zu tief sind die Gräben, die die Radikalisierung der Innenpolitik gefräst hat. Zu scharf waren die Worte, die sich in Arizona in Pistolenkugeln verwandelten. Die revoltierende Tea-Party-Bewegung, rechte Milizen oder christliche Endzeit-Prediger haben ein Klima geschaffen, in der gesunder Menschenverstand zu verdorren scheint. Die USA sind heute ein Land, in dem Millionen Menschen tatsächlich glauben, dass eine gesetzliche Krankenversicherung eine Ausgeburt des Sozialismus, grenzenloser Waffenbesitz ein Ausdruck von Freiheit und Obama ein Moslem ist. Ein Land, wo Andersdenkende nicht nur politische Gegner sind, sondern selbst zu Zielscheiben von Wahnsinnigen werden können.

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