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Ostsee-Zeitung: Im Stich gelassen - Kommentar zur Arcandor-Pleite

    Rostock (ots) - Logisch wäre es gewesen, wenn die Großaktionäre das nötige Kapital zugeschossen hätten. Jahrzehntelang hatten eine Madeleine Schickedanz - laut Forbes-Liste eine der reichsten Frauen in Deutschland - und ihre Vorfahren Milliarden mit dem Versandkonzern Quelle, dem Handelskonzern KarstadtQuelle und Arcandor verdient. Jetzt aber ließen sowohl sie als auch der zweite Großaktionär, die Privatbank Sal. Oppenheim, ihr eigenes Unternehmen im Stich. Lediglich eine Kapitalerhöhung in Höhe von 150 Millionen Euro boten sie an. Zum Vergleich: Die Belegschaft hätte in den kommenden drei Jahren freiwillig auf 345 Millionen Euro Lohn verzichtet.

    Dass der Bund dem Konzern nicht hilft, mag auf den ersten Blick verwundern. Schließlich hat er bei der Rettung diverser Banken und bei Opel nicht gezögert, Milliarden an Steuergeld einzusetzen. Dennoch hat die Regierung im Fall Arcandor - so sehr dies auch schmerzen mag - richtig entschieden. Es wäre ein fatales Zeichen gewesen, die Eigentümer von ihren Pflichten zu befreien.

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