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Öffentliche Fahndung nach Straftätern: Chef der NRW-Polizeigewerkschaft fordert bei stern TV unbürokratische Lösungen

Köln (ots) - In der Diskussion um den Fall des "U-Bahn-Treters" von Berlin-Neukölln, bei dem die Ermittler erst Wochen nach der Tat ein Überwachungsvideo veröffentlicht haben, um Hinweise auf den Täter und seine Begleiter zu bekommen, kritisierte der Chef der nordrhein-westfälischen Polizeigewerkschaft live bei stern TV die bürokratischen Hürden einer Öffentlichkeitsfahndung: "Wir würden uns wünschen, wir könnten früher an die Öffentlichkeit gehen", sagte Erich Rettinghaus im Gespräch mit Steffen Hallaschka. "Wenn wir gutes Bildmaterial haben, muss das zeitnah raus." Aber: "Wir sind als Polizei daran gebunden, erst alle anderen Mittel auszuschöpfen", so der Gewerkschaftsvorsitzende.

Der Polizei sei sehr daran gelegen, dass die Voraussetzungen für eine Öffentlichkeitsfahndung vereinfacht werden. "Die Anordnungskompetenz muss nicht zwingend bei einem Richter liegen", sagte Rettinghaus, "Das sollte seitens der Regierung überarbeitet werden." Natürlich müsse man bei einer öffentlichen Fahndung immer auch die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten berücksichtigen. Aber: "Wir müssen mal wieder mehr an die Opfer denken", so Rettinghaus. "Die Täterrechte hängen sehr hoch in unserem Land."

Am 27. Oktober 2016, kurz nach Mitternacht, hatte ein Unbekannter an einem Berliner U-Bahnhof einer Frau ohne ersichtlichen Grund in den Rücken getreten. Das Opfer stürzte mehrere Stufen hinab - und blieb verletzt liegen. Vergangene Woche veröffentlichten die Behörden schließlich die Bilder einer Überwachungskamera. Aufgrund zahlreicher Hinweise konnte der Hauptverdächtige inzwischen identifiziert werden.

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Heike Foerster
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