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stern TV - Mittwoch, 17.10.2012, 22:15 Uhr - live bei RTL, Moderation: Steffen Hallaschka

Köln (ots) - "Von zehn Geräten sind neun gestohlen": Navigationsgeräte bei ebay

Blende weg, vier Schrauben raus, Stecker ziehen - und schon ist das Navigationsgerät geklaut: Nur 60 Sekunden brauchen Profis für den Diebstahl. 50.000 Navigationsgeräte werden pro Jahr alleine in Deutschland gestohlen. Die Ware taucht bei ebay wieder auf. "Von zehn gekauften Geräten sind neun gestohlen", sagt Claudius Maintz, Redakteur bei "Auto Bild". Er ließ die Seriennummern und Labels der bei ebay erstandenen Geräte von der Polizei checken. Sein Fazit bei stern TV: "Ebay kann man nicht guten Gewissens empfehlen." Die Krux an der Sache: "Als Geschädigter ist man gezwungen, bei ebay mitzusteigern, weil die Versicherungen in der Regel nur den Wiederbeschaffungswert ersetzen. Und wenn dort die Hehler den Preis drücken, haben ehrliche Händler überhaupt keine Chance, ihre Ware an den Mann zu bringen."

Die Hehler tarnen sich unter Scheinadressen und wickeln die Geschäfte aus dem Ausland, zum Beispiel aus Polen, ab. Die Polizei hinkt der Entwicklung hinterher. "Wir konzentrieren uns zuerst auf die Täter. Das sind gut organisierte Banden. Sie haben eine nicht enden wollende Personenkapazität. Die kommen wie die Heuschrecken in das Land, betrachten das als Volkssport und begehen eine Vielzahl von Straftaten", sagt Rüdiger Thust, Vorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter, Bezirksverband Köln, im Studio. Nach vollbrachter Tat verschwänden die Täter ins Ausland. "Auch in einem geeinten Europa müssen wir uns an Grenzen halten. Wir müssen uns Rechtshilfeersuchen bedienen", so Thust bei stern TV. "Ich würde mir wünschen, wir hätten deutlich mehr Kapazitäten, um sowohl dem Dieb als auch dem Hehler noch intensiver hinterher ermitteln zu können."

Besonders beliebt bei den Langfingern sind die Navigationsgeräte von VW und Skoda, weil diese Geräte kompakt gebaut sind und aus einer Komponente bestehen. Doch die übrigen Fahrzugtypen sind nicht sicherer. "Mercedes, BMW, VW und Audi, das sind unsere Sorgenkinder", stellt Thust fest. Zudem rüsten die Diebe nach. "Sobald ein neues Modell auf dem Markt ist, klauen die Diebe ein Auto, nehmen das mit nach Osteuropa und studieren, wie man die einzelnen Bauteile am besten rausbekommt", sagt Maintz.

Der Tipp des "Auto Bild"-Redakteurs bei stern TV: "Am besten kauft man sich ein kleines, mobiles Navigationsgerät für die Westentasche, das man mitnehmen kann. Diese Geräte sind meistens qualitativ besser als die der Autohersteller und bei weitem auch nicht so teuer."

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