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Verbraucherschutz: TÜV-Verband fordert mehr Sicherheit bei digitalem Spielzeug

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Die Digitalisierung erobert die Kinderzimmer. Experten schätzen, dass im Jahr 2020 weltweit 10 Milliarden Euro mit "smart toys" umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um digitales Spielzeug, das häufig mit anderen Geräten oder dem Internet vernetzt ist. Der TÜV-Verband (VdTÜV) warnt vor hohen Sicherheitsrisiken und fordert eine Nachbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Spielzeug.

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+++ Experten warnen vor Sicherheitsrisiken bei "smart toys"

+++ Besonders gefährlich sind ungesicherte Netzverbindungen

+++ IT-Sicherheitsniveaus und unabhängige Tests müssen in die europäische Spielzeugrichtlinie!

Die Digitalisierung erobert die Kinderzimmer. Experten schätzen, dass im Jahr 2020 weltweit 10 Milliarden Euro mit "smart toys" umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um digitales Spielzeug, das häufig mit anderen Geräten oder dem Internet vernetzt ist. Der TÜV-Verband (VdTÜV) warnt vor hohen Sicherheitsrisiken und fordert eine Nachbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für Spielzeug.

Eltern können via Smartphone die Puppen und Teddybären ihrer Kinder zum Sprechen bringen, oder aus der Ferne mitverfolgen, womit sich ihre Kinder gerade beschäftigen. Spielzeuge werden "lernfähig", merken sich Geburtstage, führen Befehle aus, oder üben mit den Kindern Englisch. "Smart toys können zweifellos viel Spaß in die Kinderzimmer bringen", erklärt Joachim Bühler, Geschäftsführer des VdTÜV. "An das Sicherheitsniveau müssen aber deutlich höhere Anforderungen gestellt werden."

Ein Hauptkritikpunkt vieler Sicherheitsexperten sind die Risiken bei den Schnittstellen des Spielzeugs mit dem Internet, Apps oder die Verbindungen zu den Datenzentralen der Hersteller. "Häufig sind die Verbindungen nicht ausreichend gesichert, um vor Manipulation durch Dritte wirkungsvoll geschützt zu sein", kritisiert Bühler. Hacker können sich so in die Kommunikation einschalten, das Kind und die Familie überwachen, Funktionen des Spielzeugs verändern oder auf ungewünschte Weise mit dem Kind interagieren. So wurden auch völlig ungeschützte Bluetooth-Verbindungen, etwa zum Smartphone der Eltern, festgestellt. "Die Reichweite beträgt zwar nur wenige Meter, allerdings genügt es schon, wenn das Kinderzimmer an einer Außenwand liegt", so Bühler.

Der TÜV-Verband fordert daher dringend eine Nachbesserung der europäischen Spielzeugrichtlinie. Hohe IT-Sicherheitsniveaus sind auch für Spielzeug notwendig und müssen von den Herstellern entsprechend implementiert werden. Besonders wichtig ist neben dem Schutz der Privatsphäre, dass künftig die Funkschnittstellen des Produktes zugriffsgeschützt und sicher verschlüsselt sind. Gleichzeitig muss der Hersteller auch im Backend, der digitalen Intelligenz des Produktes, höchste Sicherheitsniveaus bei der Verarbeitung der übermittelten Daten garantieren. "Die Verantwortung für unsere Kinder darf nicht an der Zimmertür enden, sondern muss auch im Internet genauso so selbstverständlich sein", erklärt Bühler.

Mehr Sicherheit bedeutet aber vor allem, dass durch die Einführung und Erfüllung entsprechender Sicherheitsstandards ein hohes Sicherheitsniveau erreicht wird. Die Einhaltung dieser Sicherheitsstandards muss verpflichtend von unabhängigen akkreditierten Prüflaboren festgestellt werden. "Hier hat die europäische Spielzeugrichtlinie eine grundsätzliche Schwäche", kritisiert Bühler. "Das gilt nicht nur für smart toys, sondern auch für jedes nicht digitale Spielzeug." Jedes zweite Spielzeug, das einem TÜV freiwillig zur Prüfung vorgelegt wird, fällt auf Anhieb durch und muss nachgebessert werden. Bei den Herstellern, die ihre Produkte nicht freiwillig überprüfen lassen, dürfte die Durchfallquote sogar noch um einiges höher sein. "Wir fordern hier eine verpflichtende Drittprüfung, damit die Kinder als schwächste Verbraucher besser geschützt werden", so Bühler.

In dieser Hinsicht sollten die USA ein Vorbild sein: Dort ging die Zahl der Produktrückrufe von unsicherem Spielzeug seit 2008 nach der Einführung einer verpflichtenden Drittprüfung um 90 Prozent zurück.

Geraldine Salborn
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