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Presseinformation - Dekorative Kosmetik: Ergebnispapier des Forum Rezyklat zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Presseinformation - Dekorative Kosmetik: Ergebnispapier des Forum Rezyklat zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen
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Presseinformation

Dekorative Kosmetik: Ergebnispapier des Forum Rezyklat zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen

Köln, 04. März 2026. Mascara, Eyeliner oder Lippenstift: Kleine Verpackungsformate sind bei diesen und anderen dekorativen Kosmetikprodukten funktional sowie zur Ressourcenschonung erforderlich – die aktuelle Sortier- und Recyclingpraxis stößt bei diesen Formaten jedoch an ihre technischen Grenzen. Das zeigt eine neue Publikation des Forum Rezyklat, erstellt durch Expert:innen von Mitgliedsunternehmen und weiteren Stakeholdern der Kosmetikbranche. Ziel der Beteiligten ist es, damit vollständige Transparenz über die besondere Ausgangslage der Branche zu schaffen und konstruktive Vorschläge zu unterbreiten, die regulatorische Konformität mit Verbrauchersicherheit, Ressourcenschonung und den übergeordneten Zielen der Kreislaufwirtschaft praxisnah in Einklang bringen.

Das englischsprachige Ergebnispapier steht Interessierten hier zum kostenfreien Download zur Verfügung: www.forum-rezyklat.de/en/publications/. Der Titel lautet: „Outcome document on the Recyclability of Packaging for Decorative Cosmetics”.

Hürden für Recyclingfähigkeit

Die dekorative Kosmetikindustrie umfasst neben international tätigen Konzernen eine besonders große Anzahl an mittelständischen Unternehmen, die sowohl kosmetische Produkte als auch die dafür erforderlichen Verpackungen herstellen. Aufgrund der produktspezifischen Anforderungen steht die Branche bei der Umsetzung der neuen Vorgaben durch die EU-Verordnung Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) vor erheblichen Hürden. Viele Produkte weisen sehr kleine und zylindrische Formen auf, die für eine hohe Anwendungssicherheit und Haltbarkeit sowie den schonenden Umgang mit Ressourcen technisch erforderlich sind. Diese besonderen Eigenschaften erschweren jedoch die automatische Sortierung. Dies bestätigte ein Praxistest in einer in Deutschland ansässigen Sortieranlage, die den derzeitigen Stand der gängigen Sortierpraxis abbildet. Er zeigte, dass zahlreiche Verpackungen der dekorativen Kosmetik aufgrund ihrer geringen Abmessungen oder Geometrie in den allermeisten Fällen nicht den richtigen Materialströmen zugeordnet werden können. Auch wenn es vereinzelt Sortiertechnologien gibt, bei denen Größe und Form eine untergeordnete Rolle spielen, sind diese aktuell nicht Stand der breiten Praxis und daher für die heutige Recyclingrealität nicht maßgeblich.

Gleichzeitig warnen die beteiligten Expert:innen vor ökologischen Zielkonflikten: Größere Verpackungen oder alternative Materialien, wie Glas oder Aluminium, würden zwar die Sortierbarkeit verbessern, jedoch häufig zu mehr CO₂‑Emissionen und höherem Materialeinsatz führen.

Anforderungen für die Umsetzbarkeit der PPWR

Die Ergebnisse zeigen: Für dekorative Kosmetik braucht es praxisnahe Vorgaben, die sowohl Recyclingfähigkeit als auch Produktsicherheit ermöglichen. Daher formuliert das Forum Rezyklat zusätzlich zu der Problemanalyse konkrete Anforderungen. Dazu zählen realistische Vorlaufzeiten für neue regulatorische Vorgaben, mehr Planungssicherheit für Investitionen sowie eine differenzierte Betrachtung branchenspezifischer Verpackungslösungen. Die Vorgaben sollten laut der Expert:innen die technischen Realitäten, Sicherheitsanforderungen und ökologische Gesamtwirkungen gleichermaßen berücksichtigen. “Die PPWR setzt wichtige Impulse für mehr Kreislaufwirtschaft“, erklärt Daniela Soukup, Expert Corporate Responsibility bei cosnova und Mitwirkende im Forum Rezyklat. „Werden die branchenspezifischen Anforderungen nicht erfüllt, droht der Ausschluss ganzer Produktgruppen – ohne ökologischen Mehrwert“, sind sich Soukup und die beteiligten Branchenkenner:innen sicher.

Pressebild: Die aktuelle Sortier- und Recyclingpraxis stößt bei kleinen Verpackungen dekorativer Kosmetik an ihre technischen Grenzen (Quelle: GEKA GmbH).

  Pressekontakt Forum Rezyklat

GS1 Germany GmbH
Michaela Freynhagen
Manager Corporate Communications
Stolberger Straße 108 a, 50933 Köln
Tel: 0221 94714-534
E-Mail:  presse@forum-rezyklat.de
GLN 40 00001 00000 5
Geschäftsführer: Thomas Fell
Amtsgericht Köln HRB 6276
Aufsichtsratsvorsitzender/-stellvertreter
Paul Vetter/Miguel Müllenbach

Über das Forum Rezyklat

Das Forum Rezyklat wurde 2018 von dm-drogerie markt initiiert und versteht sich als agiles Bündnis. Mehr als 80 Mitglieder bestehend aus Händlern, Produkt- und Verpackungsherstellern, dualen Systemen, Entsorgungs- und Recyclingunternehmen sowie Vertreter:innen der Wissenschaft und Politik, bilden die gesamte Wertschöpfungskette entlang der Kreislaufwirtschaft ab. Gemeinsam arbeiten sie im Forum Rezyklat an praxis- und verbrauchernahen Strategien und Maßnahmen. Sie wollen das Bewusstsein der Menschen für Kreislaufwirtschaft fördern, um eine sortenreine Trennung der Wertstoffe zu erzielen. Dadurch können die Qualität von Recyclingmaterialien sowie der Recyclinganteil in Verpackungen erhöht werden. Des Weiteren strebt das Forum an, Verpackungen zu optimieren und schon im Entstehungsprozess neuer Verpackungen darauf zu achten, dass diese recyclingfähig sind, damit sie als Ressource dem Kreislauf erhalten bleiben. Um diese Ziele zu erreichen, engagieren sich die Mitglieder des Forum Rezyklat in Fachpaketen, die sich mit folgenden Themen befassen: Stammdatenmanagement, Technologie und Recyclingfähigkeit, Endverbraucher-Kommunikation und Verpackungsreduzierung.

www.forum-rezyklat.de