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Stillstand ist der Tod
"Wissenschaft am Donnerstag" über Erfolgsstreben und Optimierungswahn im Sport, bei Schönheit und Spekulation
Doku "Rennen bis zum Rausch" und "scobel - Optimierungswahn"

Mainz (ots) -

Donnerstag, 17. April, 20.15 Uhr, 3sat
Erstausstrahlungen 

Für viele Läufer und Ausdauersportler startet die Saison spätestens mit den ersten wärmeren Tagen. Doch wie weit darf so ein Ausdauertraining gehen? Bis wohin ist es gut für Körper und Seele, Herausforderungen anzunehmen, ab welcher Dosis "Ich muss nochmal alles abrufen"-Ehrgeiz schadet man sich mehr als dass man sich Gutes tut. Aber warum streben so viele Menschen überhaupt nach Optimierung? Nicht nur im Sport, in vielen Bereichen der Gesellschaft? 3sat geht dieser Frage in "Wissenschaft am Donnerstag" am 17. April, ab 20.15 Uhr, nach - zunächst in der Dokumentation "Rennen bis zum Rausch", anschließend in der Gesprächssendung "scobel - Optierungswahn" (ab 21.00 Uhr).

Die Wissenschaftsdokumentation "Rennen bis zum Rausch. Extremsport als Massenbewegung" von Thomas Hies und Nils Priewe begleitet drei Triathleten bei ihren Vorbereitungen und zeigt dabei, wie Körper und Geist funktionieren, um große Ausdauerbelastungen im Sport zu bestehen. Aber was macht man, wenn man in der Vorbereitungsphase Halsschmerzen bekommt? Weitertrainieren oder pausieren? Die Sportwissenschaft weiß, dass die Motivation mit der Größe der Aufgaben und mit überraschenden Erfolgen wächst. Eine große Motivation im Sport ist wünschenswert, aber wie weit kann man gehen, um seine Grenzen zu überwinden? Fest steht: "Nicht jeder muss einen so extremen Ausdauersport betreiben. Denn man sollte erstmal auf sich hören. Das Wichtigste ist, die Dosis entsprechend anzupassen. Denn die Dosis macht das Gift," so Ingo Froböse, Sportwissenschaftler für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Aber nicht nur im Sport scheint die Gesellschaft einem Optimierungswahn verfallen zu sein: Jeder will schöner, besser, klüger und schneller als die anderen sein. Kein Wunder, denn "der Mensch begriff sich sehr früh als jemand, der durch diszipliniertes Üben weiterkommt, sich also optimiert. Man könnte sogar sagen: Kultur ist nichts anderes als kollektive Abrichtung und Optimierung", betont 3sat-Moderator Gert Scobel in seiner Sendung. Aber heute sind rund um diesen Wunsch Industrien wie die Schönheitsindustrie, die Finanzmärkte und die Pharmaindustrie entstanden, die diese Spirale weiter antreiben, da sind sich die Diskutanten in der "scobel"-Sendung einig. Die Folge sei, dass viele Menschen nach Erfolg und Perfektion streben, koste es, was es wolle: "Es ist kein Zufall, dass an Universitäten, auf den Finanzmärkten, Liebesmärkten und im Sport immer Geschäftigkeit herrscht. Es geht immer darum, etwas voranzutreiben: höher, schneller, weiter. Stillstand wäre der Tod", so der Soziologe Dietmar J. Wetzel.

Gert Scobels Gäste sind: Bernward Gesang (Philosoph, Uni Mannheim), Ada Borkenhagen (psychologische Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin (DPG/IPA), Uni Leipzig) und Dietmar J. Wetzel (Soziologe, Uni Bern).

Mehr zu "Rennen bis zum Rausch" inklusive Video-Stream:
https://pressetreff.3sat.de/programm/programmhinweise/artikel/rennen-
bis-zum-rausch-1/ 
Mehr zu "scobel - Optimierungswahn" inklusive Video-Stream:
https://pressetreff.3sat.de/programm/programmhinweise/artikel/scobel-
optimierungswahn/ 

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